September 2, 2019 / 6:13 AM / 3 months ago

Arbeitgeberchef - AfD-Gewinne bereiten uns zunehmend Sorge

Ingo Kramer, chairman of the Confederation of German Employers' Associations (BDA), delivers a speech during the German Employers' Day, in Berlin, Germany November 22, 2018. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat sich besorgt über das Abschneiden der AfD bei den Landtagswahlen geäußert.

“Die relative Stärke der AfD in Sachsen und Brandenburg bereitet uns Arbeitgebern zunehmend Sorge, da die verbalen Äußerungen führender Parteimitglieder geeignet sind, den guten Ruf der auch in diesen Bundesländern international tätigen Wirtschaft zu schädigen”, sagte Kramer am Sonntagabend. “Beide Ministerpräsidenten müssen ihren deutlichen persönlichen Wahlerfolg als Auftrag begreifen, eine Regierung zu bilden, die die Wirtschaft kräftigt und damit die Lebensperspektiven der Menschen noch stärker verbessert, als es bisher der Fall war.”

Mittelstandspräsident Mario Ohoven sieht im starken Abschneiden der AfD “Warnschuss” für die große Koalition von Union und SPD im Bund. “Trotz der von ihnen jahrelang betriebenen Politik der sozialen Wohltaten laufen Union und SPD die Wähler in Scharen davon”, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. “Die GroKo sollte daraus die Konsequenz ziehen und endlich eine wachstumsorientierte Politik betreiben, die die Wirtschaft stärkt und eine Rezession von Deutschland abwendet.”

“ZUWANDERUNG KANN PROBLEME MILDERN”

Ökonomen warnen angesichts deutlicher Stimmengewinne für die AfD vor negativen wirtschaftlichen Folgen. “Aufgrund der Alterung der Bevölkerung nimmt die Attraktivität einiger Regionen in Ostdeutschland als Investitionsstandort ab, weil es dort für die Unternehmen in Zukunft schwieriger werden wird, geeignetes Personal zu finden”, sagte der stellvertretende Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Oliver Holtemöller. “Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte wäre geeignet, die Probleme zu mildern. Allerdings ist das mancherorts fremdenfeindliche Klima diesbezüglich hinderlich.”

Die AfD ist Hochrechnungen zufolge in beiden Bundesländern zur zweitstärksten Partei aufgestiegen. Die Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU/Sachsen) und Dietmar Woidke (SPD/Brandenburg) können aber wohl im Amt bleiben. Kretschmers Koalition mit der SPD und Woidkes Regierung mit der Linkspartei haben aber keine Mehrheit mehr.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below