February 4, 2020 / 1:43 PM / in 19 days

Schulze will Wasserstoff in erster Linie für Industrie

Germany's Finance Minister Olaf Scholz attends a news conference after Chancellor Angela Merkel and state premiers reached an agreement with the regions most affected by the planned brown coal exit, in Berlin, Germany, January 16, 2020. REUTERS/Michele Tantussi

Düsseldorf (Reuters) - Bundesumweltministerin Svenja Schulze will die klimafreundliche Wasserstoff-Produktion zunächst praktisch ausschließlich für die Industrie einsetzen.

Die Kapazitäten seien national und international noch lange begrenzt, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag bei einer “Handelsblatt”-Tagung zur Zukunft der Stahlindustrie am Dienstag in Düsseldorf. Erneuerbaren Wasserstoff gelte es dort einzusetzen, wo er den größten Klimaschutzeffekt habe und dort, wo keine anderen, effizienteren Technologien verfügbar seien. “Priorität hat Wasserstoff für die Industrie.” Das sei in erster Linie die Stahl- und Chemieindustrie sowie der See- und Luftverkehr. Das Umweltministerium prüfe Optionen, mit denen sichergestellt werden könne, dass der Wasserstoff zuallererst in den Branchen ankomme und dabei auch bezahlbar sei.

Dagegen wollen Verkehrsministerium und auch das Wirtschaftsressort Wasserstoff auch für den Auto- und Schwerlastverkehr, um dem Verbrennungsmotor noch eine Zukunft zu geben. Gerade beim Pkw setzt Schulze jedoch auf den Elektro-Antrieb. Das Wirtschaftsministerium hat in der “Nationalen Wasserstoffstrategie” die Einsatzmöglichkeiten daher nicht eingeschränkt. Das Papier ist derzeit in der Abstimmung zwischen den Ressorts und soll dann als Regierungsbeschluss vom Kabinett verabschiedet werden. Es gilt als sicher, dass vor allem das Umweltministerium Änderungen einbringen wird.

Die Strategie sieht vor, dass rund ein Fünftel des benötigten Wasserstoffs im Jahr 2030 dann CO2-frei erzeugt wird. Um dem Wasserstoff im Verkehr zum Durchbruch zu verhelfen, ist eine verschärfte Quote für CO2-freie Kraftstoffe vorgesehen. Diese soll bis 2030 bei 20 Prozent liegen und somit höher als von der EU vorgesehen. Unbestimmt bleibt das Konzept bei einem Knackpunkt für die Wasserstoff-Erzeugung aus Strom, die derzeit noch als zu teuer gilt: Man wolle prüfen, ob man staatliche Abgaben hier reformieren könne.

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