October 11, 2018 / 9:38 AM / 2 months ago

Weltweit haben 821 Millionen Menschen nicht genug zu essen

Internally displaced people carry relief food from a distribution by the World Food Programme in the Sudd Swamp near the town of Nyal, in South Sudan August 19, 2018. Picture taken August 19, 2018. REUTERS/Andreea Campeanu

Berlin (Reuters) - Im weltweiten Kampf gegen Hunger sind nach Angaben der Deutschen Welthungerhilfe Fortschritte erzielt worden, allerdings bekommen immer noch 821 Millionen Menschen nicht genug zu essen.

Eine der wichtigsten Ursachen sind nach dem am Donnerstag vorgestellten Welthungerindex (WHI) bewaffnete Konflikte und Kriege. “Syrien ist ein klassisches Beispiel dafür, wie eine Spirale von Armut, Elend und Gewalt in einem Land entsteht”, sagte Welthungerhilfe-Präsidentin Bärbel Dieckmann. Nach Erkenntnissen der Organisation ist in Ländern mit bewaffneten Konflikten die Zahl der Hungernden doppelt so hoch wie im Rest der Welt.

Der Index zur Hungersituation ist nach der jährlichen WHI-Erhebung seit dem Jahr 2000 um 28 Prozent gefallen. Im gleichen Zeitraum hat sich die Kindersterblichkeit halbiert. Zuletzt sei allerdings die Zahl der Unterernährten wieder gestiegen, sagte Dieckmann. Wenn nicht mehr Anstrengungen unternommen würden, werde das Ziel verfehlt, spätestens bis 2030 Hungersnöte zu vermeiden.

Der Index wird berechnet aus Daten zur Unterernährung allgemein, Unterernährung nur bei Kindern und Daten zur Kindersterblichkeit. Ausgewertet wurden Informationen aus 119 Ländern. Am schlimmsten ist die Lage in der Zentralafrikanischen Republik, dem einzigen Land, in dem die Situation als gravierend eingeschätzt wird. In sechs Ländern ist die Lage ernst, in 45 sehr ernst in 27 mäßig und in 40 niedrig. Vor allem Länder in Afrika und in Südasien seien betroffen. Zudem gebe es sieben Länder, beispielsweise Libyen, aus denen nicht genug Daten vorliegen würden. Allerdings werde angenommen, dass auch dort Hungersnöte zugenommen hätten.

Über 68 Millionen Menschen seien auf der Flucht, sagte Dieckmann. “Die Mehrzahl der Flüchtlinge bleibt in ihrer Heimatregion und braucht auch dort Unterstützung.” Den oft armen Aufnahmeländern müsse geholfen werden. In Europa sei eine Debatte über Migration nötig, die Entwicklungshilfe berücksichtige, aber auch Einwanderungsgesetze schaffe.

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