November 9, 2018 / 11:18 AM / 4 days ago

Deutsche Unternehmen pessimistischer für Weltkonjunktur

Aerial view of containers at a loading terminal in the port of Hamburg, Germany August 1, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer

Berlin (Reuters) - Die deutschen Unternehmen stellen sich auf eine Abkühlung der Weltwirtschaft ein.

Nur noch 27 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der konjunkturellen Entwicklung an ihren jeweiligen Auslandsstandorten, wie aus der am Freitag veröffentlichten Herbstumfrage bei den Mitgliedsunternehmen der deutschen Auslandshandelskammern hervorgeht. Im Frühjahr blickten noch 40 Prozent positiv nach vorne. Die Zahl der Betriebe, die eine Verschlechterung erwartet, stieg nun von zehn auf 25 Prozent.

“Keine Frage: Die Weltwirtschaft büßt an Dynamik ein”, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer. “Unsere internationalisierte deutsche Wirtschaft ist dabei direkt betroffen.” Sein Verband rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Wachstum der deutschen Exporte von 2,8 Prozent, nachdem er zunächst ein Plus von 6,5 Prozent erwartet hatte. “Was sich erst einmal nur nach Arithmetik anhört, bedeutet übersetzt mehr als 55 Milliarden Euro weniger in den Auftragsbüchern hierzulande”, so DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Im kommenden Jahr sei sogar nur ein Plus von 2,5 Prozent zu erwarten. “Iran-Sanktionen, Brexit, Zustand der Welthandelsorganisation WTO, Strafzölle, der Handelsstreit zwischen den USA und China, zwischen den USA und Europa – es kann einem schon schwindelig werden, wenn man derzeit auf die Weltwirtschaft blickt.”

Der DIHK fordert deshalb von der Bundesregierung, die Wettbewerbsfähigkeit der heimische Wirtschaft zu stärken. “Dazu ist eine Steuerreform dringend notwendig”, forderte Schweitzer. So sollte der Solidaritätszuschlag komplett wegfallen, der Unternehmenssteuersatz um etwa fünf Punkte auf 25 Prozent gedrückt werden. Eine bessere steuerliche Forschungsförderung sei ratsam, auch ein Bürokratieabbau könne für Entlastung sorgen. “Einen schnelleren Ausbau von Breitband- und Stromnetzen ist ebenso gefragt.”

In allen Teilen der Erde sind die konjunkturellen Erwartungen der Unternehmen gesunken - mit Ausnahme von Nordamerika. “Hier macht sich die Sonderkonjunktur durch die Steuerreform in den USA noch bemerkbar”, erklärte der DIHK. Inzwischen sieht die Hälfte aller Betriebe die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als größtes Risiko für das Auslandsgeschäft an. Gut ein Viertel befürchte Nachteile durch Handelsbarrieren. “Die Spannungen zwischen China und den USA belasten die Weltmärkte und damit auch unsere Unternehmen”, sagte Schweitzer. Die beiden weltgrößten Volkswirtschaften überziehen sich gegenseitig mit höheren Zöllen.

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