April 13, 2011 / 2:27 PM / 9 years ago

In Westimmo-Verkauf kommt offenbar wieder Bewegung

Frankfurt (Reuters) - In den festgefahrenen Verkaufsprozess für den Mainzer Immobilienfinanzierer Westimmo ist Finanzkreisen zufolge wieder Bewegung gekommen.

Eine Lösung für die WestLB-Tochter sei inzwischen wahrscheinlicher als noch vor ein paar Wochen, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Der Finanzinvestor Apollo habe aktuell die Nase vorn, sagten zwei der Insider. Offenbar gebe es bei den Preisvorstellungen eine Annäherung mit der WestLB. Allerdings sei die Transaktion wegen der Refinanzierung der Westimmo sehr komplex. Der Käufer wolle nur das als solide geltende Pfandbriefgeschäft der Immobilienbank, die in diesem Falle schrumpfen müsste.

Den Angaben zufolge ist auch noch der Finanzinvestor Blackstone im Rennen. Dagegen halte die Wiesbadener Westimmo-Konkurrentin Aareal Bank aktuell die Füße still, sagten zwei weitere Personen.

Die WestLB wollte sich zum Stand des Verkaufsprozesses nicht äußern. Auch Aareal, Apollo und Blackstone lehnten eine Stellungnahme ab.

Die angeschlagene Düsseldorfer Landesbank versucht seit längerem, die Westimmo zu verkaufen. Die bisher gesetzten Fristen der EU verstrichen allerdings, weil der WestLB die Offerten für die Tochter zu niedrig waren. Im Herbst hieß es in Finanzkreisen, die Angebote von Apollo und Aareal hätten so weit unter dem Buchwert von etwa 600 Millionen Euro gelegen und seien mit so vielen Bedingungen verknüpft gewesen, dass für die WestLB nur ein “marginaler” Erlös übrig geblieben wäre. Den Buchwert dürfte die WestLB für die Westimmo aber ohnehin nicht bekommen. Vielmehr wird in der Branche inzwischen ein Verkaufspreis von etwa 400 Millionen Euro als realistisch angesehen.

BAD BANK DER WESTLB WIRD WOHL GEBRAUCHT

Wichtiger als der eigentliche Kaufpreis dürfte zudem die Struktur des Deals sein. Aus WestLB-Kreisen verlautete, die Angebote sowohl von Apollo als auch von Blackstone seien inzwischen “deutlich verbessert” worden. Vor allem hätten die Interessenten wesentliche Bedingungen fallengelassen, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Die Arbeitnehmerseite präferiere Apollo, da der Finanzinvestor das Geschäftsmodell der Westimmo weitgehend erhalten wolle. Das Refinanzierungsproblem sei offenbar so zu lösen, dass ein Teil der Papiere - im Volumen von etwa neun Milliarden Euro - auf die Bad Bank der WestLB (EAA) übertragen werde. Die Refinanzierung des verbleibenden Pfandbriefgeschäfts der Westimmo sei für einen Käufer dann wohl kein Problem und dürfte auch die EU-Zustimmung bekommen.

Den Kreisen zufolge könnte der Verkauf bis August abgeschlossen werden. Der WestLB läuft allmählich die Zeit davon - auch bei der Entscheidung über ihre eigene Zukunft. Bis zum Ende der Woche müssen der Bund und die Eigner der EU-Kommission detaillierte Pläne vorlegen. Diese laufen auf eine Verkleinerung, einen Verkauf oder eine Aufspaltung des einstigen Flaggschiffs der Landesbanken hinaus. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia stellte am Mittwoch noch einmal klar, dass es keine weitere Gnadenfrist mehr geben werde.

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