January 18, 2018 / 10:58 AM / 4 months ago

Sturm "Friederike" kostet Versicherer halbe Milliarde Euro

Berlin/München (Reuters) - Der Orkan “Friederike” kostet die deutschen Versicherer nach ersten Schätzungen mindestens eine halbe Milliarde Euro.

A sign reads "train services stopped in North Rhine-Westphalia" at Cologne's main railway station, Germany January 18, 2018. REUTERS/Thilo Schmuelgen

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sprach am Freitag von 500 Millionen Euro, die erste Schätzungen ergeben hätten. Andere Experten gingen von 800 Millionen Euro aus. Die Summen liegen aber deutlich unter dem Wintersturm “Kyrill”, der 2007 mehr als zwei Milliarden Euro Schaden angerichtet hatte. “Friederike”, der am Mittwoch und Donnerstag über Deutschland hinweggefegt war, kostete mehrere Menschen das Leben und verletzte mehr als vierzig Personen. Fernzüge der Deutschen Bahn, die am Donnerstag bundesweit den Verkehr einstellen musste, fuhren am Freitag wieder. Allerdings gab es zahlreichen Verspätungen, eine Reihen von Zügen fielen auch aus.

Die Versicherungsmathematiker der Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) schätzten die versicherten Schäden auf 800 Millionen Euro und sprachen von einem “schlanken Kyrill”. Das ergebe sich aus dem Modell, mit dem die Gesellschaft die Kosten von Stürmen in Deutschland berechne, sagte Versicherungsmathematiker Onnen Siems. Der eigentliche Schaden von Naturkatastrophen ist in der Regel höher als der versicherte Schaden, weil viele Hauseigentümer keine Versicherung abgeschlossen haben.

BAHN: FOLGENREICHSTER STURM SEIT “KYRILL”

Für die Bahn ist “Friederike” der folgenreichste Sturm seit “Kyrill” gewesen, wo ebenfalls der Zugverkehr praktisch komplett eingestellt wurde. Der Staatskonzern verzeichnete jetzt über 200 Schäden am Schienennetz.

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, kritisierte das Krisenmanagement der Bahn: “Bundesweit den Eisenbahnverkehr ruhen zu lassen, wo nur an bestimmten Stellen extreme Wetterbedingungen herrschen, ist zu weit gesprungen”, sagte er dem MDR. Eigentlich sei die Bahn dafür bekannt, dass sie auch bei schwierigen Witterungsverhältnissen noch fahre. Das Unternehmen trage durch Versäumnisse eine Mitschuld: “Das sind Sparmaßnahmen der Vergangenheit, die sich jetzt rächen. Normalerweise sind Bäume so zu beschneiden, dass sie nicht in Gleise geschweige denn Oberleitungen fallen können”, sagte Weselsky.

Die Bahn widersprach: “Die Entscheidung, die Sicherheit unserer Fahrgäste über alles zu stellen, war richtig”, sagte Bahn-Personalvorstand Berthold Huber. In weiten Teilen des Landes seien auch Flug- und Autoverkehr nicht möglich gewesen.

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