October 13, 2010 / 8:04 AM / 9 years ago

Brüderle warnt vor Sanktionen gegen Wechselkursmanipulationen

German Economy Minister Rainer Bruederle makes a point during his keynote speech at a session of the German lower house of parliament Bundestag in Berlin, July 1, 2010. REUTERS/Tobias Schwarz

Berlin (Reuters) - Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat vor einem Handelskrieg mit Hilfe von Wechselkursmanipulationen und Strafmaßnahmen gewarnt.

“Schuldzuweisungen, protektionistische Schnellschüsse und einseitige Sanktionen sind Irrwege”, sagte Brüderle dem “Handelsblatt” vom Mittwoch. “China trägt viel Verantwortung, dass es nicht zur Eskalation kommt”, sagte der FDP-Politiker. Das Land, das der Minister derzeit besucht, steht in der Kritik, es halte den Wechselkurs seiner Währung künstlich unterbewertet. Brüderle warnte, generell seien Interventionen kein probates Mittel, denn sie hätten in der Regel allenfalls kurzfristige Effekte.

Auch Strafzölle, wie sie die USA gegen China prüfen, hält der Minister für das falsche Mittel. “Strafzölle als Reaktion auf Währungsmanipulationen führen nur zu Gegenmaßnahmen. Durch protektionistische Maßnahmen können wir alle nur verlieren.” Die Notwendigkeit einer globalen Institution zur Aufsicht über Wechselkursbewegungen, eine Art Weltzentralbank, sieht der Minister aber nicht: “Wir brauchen keine neuen Institutionen, der bestehende Rahmen reicht völlig aus.” Hinter solchen Forderungen stünden immer auch Zweifel an der Eignung des US-Dollar als Weltreservewährung. Er gehe davon aus, dass “wir uns in den kommenden Jahren weg von einem unipolaren hin zu einem multipolaren Währungssystem bewegen wird”. Der Euro und der chinesische Yuan dürften dabei mehr Gewicht erhalten. Flexible Wechselkurs und eine freier Kapitalverkehr seien die richtigen Optionen.

Die aktuelle Stärke des Euro gegenüber dem Dollar hält Brüderle für kaum bedenklich. Schließlich liege der Wechselkurs des Euro mit knapp 1,40 Dollar noch unter dem Niveau zu Jahresbeginn. Langfristig allerdings würde sich eine massive Aufwertung negativ bemerkbar machen. “Kurzfristige mache ich mir keine Sorgen”, sagte Brüderle.

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