December 3, 2010 / 2:55 PM / 8 years ago

FDP-Spitze- Suspendierter Bürochef sprach nie mit US-Botschafter

German Foreign Minister and head of the liberal Free Democratic party (FDP) Guido Westerwelle arrives to address a news conference following a party board meeting in Berlin, November 29, 2010. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Die FDP-Spitze bemüht sich nach der Enttarnung des Büroleiters von Parteichef Guido Westerwelle als Informant der US-Botschaft um Schadensbegrenzung.

Der inzwischen von seiner Aufgabe suspendierte Helmut Metzner habe nie mit US-Botschafter Philip Murphy selbst gesprochen, hieß es in Parteikreisen am Freitag in Berlin. Er habe vielmehr auf Arbeitsebene Kontakt mit einem Botschafts-Mitarbeiter gehabt, der die Informationen in indirekter Rede weitergegeben habe. Es seien “keine tatsächlich relevanten, vertraulichen Informationen” weitergegeben worden. Vielmehr hätten derlei Informationen auch Journalisten bei den Koalitionsverhandlungen im Herbst 2009 vorgelegen. Bestätigt wurde, dass Metzner nicht nur im zurückliegenden Jahr sondern auch schon davor an praktisch allen Sitzungen des Parteipräsidiums teilgenommen hat.

Westerwelles entscheidendes Büro sei derzeit im Auswärtigen Amt, hieß es in der Parteispitze. Das Büro in der Parteizentrale, das Metzner seit Jahresanfang leitete, sei vor allem für die Terminkoordination zuständig. Auch schon zu Oppositionszeiten sei Westerwelles wichtigstes Büro nicht das in der Parteizentrale sondern das des FDP-Fraktionschefs gewesen.

INFORMANT HATTE ZUGANG ZU ALLEN PRÄSIDIUMSSITZUNGEN

Enttäuscht äußerten sich Vertreter der Parteiführung allerdings darüber, dass sich Metzner nicht eher offenbart und der Partei damit Schwierigkeiten erspart habe. Möglicherweise sei er durch die Präsidiumssitzung am Montag, an der er selbst teilnahm, eingeschüchtert gewesen. Erst Gespräche von Westerwelles Staatssekretär Martin Biesel mit den an den Koalitionsverhandlungen beteiligten Mitarbeitern führten zur Enttarnung. Hierbei handele es sich um den einzigen richtigen Vertrauensbruch. Weiter hieß es, es werde keine arbeitsrechtlichen Maßnahmen geben, auch werde Metzner nicht gekündigt. Bevor Metzner die Büroleitung Westerwelles im Thomas-Dehler-Haus übernahm, war er Leiter der Abteilung “Strategie und Kampagnen”. Von dort brachte er die Zuständigkeit für die Pflege internationaler Beziehungen mit.

In Parteikreisen hieß es, auch vor und nach den Koalitionsverhandlungen habe es Kontakte Metzners wie auch von anderen FDP-Mitarbeitern mit der US-Botschaft gegeben. Auch Generalsekretär Christian Lindner habe sich vor zehn Tagen auf Einladung der Botschaft mit Murphy getroffen.

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