June 24, 2020 / 4:59 PM / 13 days ago

Anteil von Ex-Chef Braun an Wirecard fällt unter drei Prozent

FILE PHOTO: The headquarters of Wirecard AG, an independent provider of outsourcing and white label solutions for electronic payment transactions, is seen in Aschheim near Munich, Germany, April 25, 2019. REUTERS/Michael Dalder/File Photo

Frankfurt (Reuters) - Der frühere Wirecard-Chef Markus Braun hat im Zuge des Bilanzskandals seine Beteiligung an dem Zahlungsdienstleister deutlich reduziert.

Per Freitag hielt er noch 2,62 Prozent an Wirecard, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Stimmrechtsmiteilung hervorgeht. Vor einer Woche waren es noch 8,04 Prozent, wie aus einer weiteren Stimmrechtsmitteilung hervorging. Braun hatte vergangene Woche große Aktienpakete verkaufen müssen, nachdem die Wirecard-Aktie auf Talfahrt ging. Auch diese Aktienverkäufe prüft die Finanzaufsicht BaFin, wie eine Behördensprecherin am Mittwoch sagte.

Braun stand fast zwei Jahrzehnte an der Spitze von Wirecard und war der größte Aktionär des Zahlungsdienstleisters. Vergangenen Donnerstag schockierte der Dax-Konzern mit der Mitteilung über fehlende 1,9 Milliarden Euro, Braun musste seinen Hut nehmen. Inzwischen steht fest, dass das Geld aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht existierte.

Wegen des Kursabsturzes musste Braun vergangenen Donnerstag und Freitag Wirecard-Aktien für 155 Millionen Euro veräußern, um Nachschusspflichten gegenüber Kreditgebern (Margin Calls) zu erfüllen, wie aus Pflichtmitteilungen vom Dienstagabend hervorging. “Selbstverständlich schaut sich die BaFin die gestern veröffentlichten vier Aktienverkäufe aufgrund von Margin Calls an”, sagte die BaFin-Sprecherin am Mittwoch.

Schon zuvor stand Braun, gegen den die Staatsanwaltschaft München inzwischen wegen des Verdachts der Bilanzfälschung und der Marktmanipulation ermittelt, wegen seiner Aktiengeschäfte im Visier der Finanzaufsicht. Er hatte Ende Mai Wirecard-Papiere gekauft, obwohl Personen mit Führungsaufgaben 30 Tage vor der Veröffentlichung des Geschäftsberichts keine Aktien des eigenen Unternehmens erwerben dürfen, um möglichen Insiderhandel einen Riegel vorzuschieben. Der mehrmals verschobene Geschäftsbericht 2019 sollte eigentlich am 18. Juni veröffentlicht werden - liegt aber immer noch nicht vor. Brauns Investmentvehikel hatte damals erklärt, der Aktienkauf sei rechtlich nicht zu beanstanden.

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