October 15, 2019 / 10:27 AM / a month ago

Ringen um Brexit hält Europas Börsen in Atem

The German share price index, DAX board, is seen at the stock exchange in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. Picture taken with a fish-eye lens. REUTERS/Kai Pfaffenbach TPX IMAGES OF THE DAY

Frankfurt (Reuters) - Das Brexit-Drama lässt Europas Anleger zwischen Hoffen und Bangen schwanken.

Angesichts der auf Hochtouren laufenden Gespräche am Mittwoch ging das britische Pfund auf Berg- und Talfahrt. An den Aktienmärkten hielten sich die Anleger weitgehend zurück. Der Dax schloss 0,3 Prozent im Plus auf 12.670 Punkten. Der EuroStoxx50 stagnierte bei 3599 Zählern. Die US-Börsen wurden von der Furcht der Investoren vor Rückschlagen im Zollstreit ausgebremst. China hat Vergeltung angekündigt, sollte der US-Kongress die pro-demokratischen Demonstranten in Hongkong unterstützen.

Die Kurse in Europa könnten wegen der Brexit-Ungewissheit noch beträchtlich schwanken, betonten Marktteilnehmer. Das Pfund wertete bis zu ein Prozent ab und sprang zwischenzeitlich wieder ins Plus auf 1,2849 Dollar. “Ob es tatsächlich zu einem Last-Minute-Brexit-Deal kommt, bleibt weiterhin offen”, sagte Stratege Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. Deshalb könne der jüngste Jubel an den Börsen verfrüht gewesen sein. Streitpunkte sind EU-Diplomanten zufolge weiterhin die Themen Handel und der künftige Status der Grenze zwischen Irland und Nordirland. Am Abend sollten die anderen EU-Staaten über den Stand unterrichtet werden. Auf dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag könnte einer Grundsatzeinigung zugestimmt werden, bevor am Samstag das britische Parlament darüber abstimmt. Allerdings ist auch noch ein EU-Sondergipfel im Oktober im Gespräch.

Eine Einigung auf einen geordneten EU-Ausstieg Großbritanniens könnte den europäischen Aktienmärkten kräftigen Rückenwind verleihen. Vor allem ausländische Investoren, bei denen Euro-Aktien unter anderem wegen der politischen Risiken unbeliebt seien, könnten dann zugreifen, sagte Koen Bosquet, Fondsmanager beim Vermögensverwalter Degroof Petercam.

GEWINNWARNUNG VON WACKER CHEMIE ÜBERRASCHT NICHT

Im Chip-Sektor trübte Wacker Chemie die Stimmung. Der Silizium-Verarbeiter senkte seine Prognose für das laufende Jahr, da sich die Preise für Polysilicium nicht wie erwartet erholten. Die Aktien fielen zunächst um bis zu 6,9 Prozent, drehten dann aber 1,8 Prozent ins Plus. Händlern zufolge kam die Gewinnwarnung nicht überraschend. Siltronic fielen um 1,6 Prozent. Infineon gaben 1,9 Prozent ab, was Händler auch mit einer Herunterstufung durch Societe Generale erklärten.

Der Zalando-Konkurrent Asos erfreute die Anleger mit einem soliden Start in das neue Geschäftsjahr. Die Aktien des britischen Online-Modehändlers stiegen in London um mehr als 28 Prozent. Das Unternehmen meldete Fortschritte beim Umbau der Warenlager in den USA und Europa. Wegen Verzögerungen dabei hatte Asos mehrfach seine Prognosen gesenkt. Zalando-Papiere notierten 0,3 Prozent höher.

Die Anteilsscheine der Bank of America legten in New York mehr als zwei Prozent zu. Der Gewinn des zweitgrößten US-Geldhauses nach Bilanzsumme brach zwar um ein Fünftel ein, aber nicht so stark wie befürchtet.

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