November 20, 2019 / 7:19 AM / 22 days ago

Bilanz von Wirecard-Tochter nicht testiert - Aktie fällt

The headquarters of Wirecard AG, an independent provider of outsourcing and white label solutions for electronic payment transactions is seen in Aschheim near Munich, Germany April 25, 2019. REUTERS/Michael Dalder

Frankfurt (Reuters) - Der wiederholt wegen seiner Bilanzierungspraktiken in die Kritik geratene Zahlungsdienstleister Wirecard sorgt erneut für Aufsehen.

Der Dax-Konzern bestätigte am Mittwoch, dass seine Singapur-Tochter kein Testat für die Jahresbilanz 2017 erhalten hat. Aufgrund der Einschränkungen durch Ermittlungen in Singapur seien Dokumente teilweise nicht zugänglich gewesen, erklärte Wirecard am Mittwoch. Daher habe sich der lokale Prüfer auf Basis des geltenden lokalen Rechnungslegungsstandards kein abschließendes Prüfungsurteil bilden können. “Der lokale Abschluss wurde jedoch im Rahmen der Möglichkeiten ordentlich geprüft”, erklärte das Unternehmen aus Aschheim bei München. Die Wirecard-Aktie fiel um mehr als fünf Prozent.

Bereits in der Vergangenheit hatte eine Serie von Berichten über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten bei der Singapur-Tochter die Anleger in Atem gehalten. Anfang des Jahres durchsuchte die Polizei in Singapur die Räumlichkeiten des Zahlungsabwicklers in dem Stadtstaat[nL5N20346X). Nach einer Untersuchung durch eine von dem Unternehmen in Auftrag gegebenen Anwaltskanzlei und dem uneingeschränkten Testat der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young (EY) für die Konzernbilanz erklärte Wirecard die Singapur-Affäre im Frühjahr für erledigt.

Nun wurde bekannt, dass die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young (EY) der Singapur-Tochter das Testat für die Richtigkeit der Jahresbilanz 2017 verweigerten. “Wir können weder die Angemessenheit, Vollständigkeit und Richtigkeit des Jahresabschlusses feststellen, noch können wir den Umfang möglicher Anpassungen abschätzen, die in Bezug auf den Jahresabschluss der Gesellschaft erforderlich sein könnten”, zitierte das “Handelsblatt” aus einem Dokument. Die Zeitung berief sich bei ihrer Berichterstattung auf das Register der singapurischen Finanzaufsicht Acra.

Wirecard erklärte, für die Prüfung des Konzernabschlusses nach IFRS seien diese Einschränkungen nicht relevant gewesen. “Die von Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerke zu den Konzernabschlüssen und Konzernlageberichten für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 bleiben daher davon unberührt.” Sämtliche Veröffentlichungspflichten seien ordnungsgemäß eingehalten worden. “Der lokale Abschluss für das Geschäftsjahr 2018 ist kurz vor Fertigstellung.”

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