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Unternehmensnachrichten

Scharfe Kritik an dünner Aussage von Ex-Wirecard-Chef Braun

Wirecard's former boss Markus Braun leaves after testifying before a German parliamentary committee in Berlin, Germany, November 19, 2020. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Abgeordnete aller Parteien im Bundestag haben sich enttäuscht über die nur kurze Aussage des früheren Wirecard-Chefs Markus Braun gezeigt.

“Auch wer nichts sagt, sagt etwas”, kritisierte der Grünen-Politiker Danyal Bayaz. Braun habe eine Chance verpasst und sich kaltschnäuzig gezeigt. Er sei respektlos und nicht bereit zur politischen Aufklärung. Bei der politischen Aufarbeitung des milliardenschweren Wirecard-Bilanzskandals verlas der ehemalige Vorstandschef Braun vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss am Donnerstag lediglich eine fünfminütige Erklärung. Jede weitere Aussage darüber hinaus verweigerte der 51-jährige Österreicher.

Der Vorsitzende des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, der AfD-Politiker Kay Gottschalk, will nun die Verhängung von Ordnungsgelder prüfen, um eine Aussage zu erzwingen. Braun habe das Parlament im Dunklen gelassen. “Wir werden ihn sicherlich wieder vorladen. Es wird eine Fortsetzung geben”, sagte Gottschalk. Bayaz sagte, dies werde vermutlich nächstes Jahr geschehen. Braun hatte zuvor gesagt, erst im strafrechtlichen Verfahren gegen ihn gegenüber der Münchner Staatsanwaltschaft aussagen zu wollen.

CSU-Politiker Hans Michelbach sagte, Braun sitze weiter auf einem hohen Ross. Ähnlich sieht es Florian Toncar von der FDP: “Markus Braun hat sich nicht geändert.” Er habe gezeigt, dass man ihm nicht vertrauen könne. “Er hat sein Naturell sehr, sehr gut gezeigt.” Noch am Montag hätten seine Anwälte in einem Schriftsatz an den Bundesgerichtshof angeboten, zu politischen Kontakten im U-Ausschuss auszusagen, nun aber seien keine konkreten Fragen beantwortet worden.

Braun sitzt momentan in Augsburg in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und weiteren Wirecard-Managern gewerbsmäßigen Bandenbetrug, Bilanzfälschung und Marktmanipulation vor. Wirecard soll sich jahrelang mit systematischen Luftbuchungen schöngerechnet und damit Anlegern und Banken Milliardenschäden zugefügt haben. Der frühere Dax-Konzern ist im Juni kollabiert. Es ist einer der größten Finanzskandale der Nachkriegszeit.

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