June 18, 2019 / 11:06 AM / 4 months ago

Aktionäre kritisieren Wirecard für Umgang mit Singapur-Affäre

The headquarters of Wirecard AG, an independent provider of outsourcing and white label solutions for electronic payment transactions is seen in Aschheim near Munich, Germany April 25, 2019. REUTERS/Michael Dalder

München (Reuters) - Wegen der Affäre um Unregelmäßigkeiten in Singapur muss Wirecard scharfe Kritik von Aktionären einstecken.

Der Zahlungsabwickler habe die in Medienberichten erhobenen Vorwürfe unzureichend aufgeklärt, bemängelten Redner auf der Hauptversammlung am Dienstag in München. “Zu wenig Transparenz, sowohl im Geschäftsmodell als auch in der Kommunikation”, sagte Fondsmanager Ingo Speich von der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka. “Der einstige Hoffnungsträger Wirecard ist zum Spielball der Märkte geworden.” Speich sprach von “Chaostagen in Aschheim”, dem Firmensitz am Stadtrand von München.

“Man benimmt sich immer noch so, als wäre man ein Startup, obwohl man inzwischen ein Dax-Unternehmen ist”, sagte die Vizechefin der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Daniela Bergdolt. Wirecard habe viel Vertrauen verspielt. “Es reicht nicht, wie ein trotziges Kind mit dem Fuß aufzustampfen und zu behaupten, ich war es nicht, ich hab nichts getan.” Sie werde gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat stimmen.

“Die vergangenen Quartale haben deutlich gemacht, dass Wirecard ihre Kapitalmarktkommunikation deutlich verbessern muss”, sagte Nicolas Huber von DWS, dem Fondsanbieter der Deutschen Bank. Er werde Vorstand und Aufsichtsrat nur mit der Maßgabe entlasten, dass beide Gremien Führungsstrukturen und Transparenz verbesserten, sagte Huber vor rund 1500 Aktionären.

Die Wirecard-Aktie war im vergangenen Jahr angesichts boomender Geschäfte mit Online-Zahlungen zwar größter Gewinner im Dax. Die Aktie stürzte aber wiederholt ab, als Medienberichte über angebliche Bilanzfälschungen in Singapur und über undurchsichtige Geschäftspartner im Ausland die Runde machten. Wirecard hat die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen. Eigene Untersuchungen hätten ergeben, dass es zwar Qualitätsmängel gegeben habe, aber keine vorsätzliche Manipulation.

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