April 23, 2020 / 1:09 PM / a month ago

Wirecard sucht drei neue Aufsichtsräte - Sonderprüfung verzögert sich

The headquarters of Wirecard AG, an independent provider of outsourcing and white label solutions for electronic payment transactions is seen in Aschheim near Munich, Germany April 25, 2019. REUTERS/Michael Dalder

Frankfurt (Reuters) - Nach dem Abschluss der Sonderprüfung durch KPMG muss sich der Zahlungsabwickler Wirecard in den nächsten Wochen gleich drei neue Aufsichtsratsmitglieder suchen.

Die seit 2018 im Kontrollgremium sitzende Susana Quintana-Plaza habe ihr Mandat Anfang des Monats vorzeitig niedergelegt und scheide Ende April aus dem Gremium aus, sagte eine Wirecard-Sprecherin am Donnerstagh. Eigentlich lief ihr Vertrag noch bis 2021. Bis zur Hauptversammlung Anfang Juli wolle der Dax-Konzern den offenen Posten besetzt haben. Darüber hinaus sucht Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann ohnehin seit längerem zwei zusätzliche Personen für das Gremium, das mit bislang sechs Mitgliedern für ein Dax-Unternehmen vergleichsweise klein ist.

Der Rücktritt von Quintana-Plaza, über den zuerst die “Wirtschaftswoche” berichtet hat, habe nichts mit der derzeit laufenden KPMG-Bilanzprüfung zu tun, sagte eine mit der Sache vertraute Person zu Reuters. Sie habe eine neue Aufgabe bei ihrem Arbeitgeber, dem portugiesischen Energiekonzern Galp Energia, übernommen und gebe deshalb ihr Mandat bei Wirecard auf. Wirecard wollte sich dazu nicht äußern.

Aufsichtsratschef Eichelmann hatte kurz nach seinem Antritt im Januar angekündigt, den Aufsichtsrat auf acht Mitglieder vergrößern zu wollen und Personen mit internationaler Expertise zu suchen. Auch der Vorstand soll erweitert werden. Die Hauptversammlung findet nach derzeitigen Plänen am 2. Juli statt, jedoch wohl - wie bei anderen Firmen auch - wegen der Corona-Krise als rein virtuelle Veranstaltung.

Wegen der Corona-Pandemie verzögert sich auch die seit Monaten laufende Sonderprüfung bei Wirecard. Eigentlich hätte das Ergebnis der Untersuchungen am Mittwoch vorliegen sollen, KPMG will den Abschlussbericht nun aber erst am Montag vorlegen, wie Wirecard am Mittwochabend mitteilte. Nach bisherigem Stand seien aber keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, die auf eine Bilanzfälschung hindeuteten.

An der Börse sorgte das für gute Stimmung: Die Aktien legten um 7,4 Prozent auf 135,76 Euro zu und waren mit Abstand größter Gewinner im Dax. Die “Financial Times” hatte Wirecard in den vergangenen Monaten mehrfach Bilanzfälschungen vorgeworfen. An der Börse führte das zu teilsweise massiven Kursabschlägen.

Am Donnerstag kommender Woche will der nach rasantem Wachstum 2018 in den Dax aufgestiegene Zahlungsabwickler detailliert über den Geschäftsverlauf 2019 berichten. Wirecard-Chef Markus Braun dürfte dann auch eine Einschätzung zum ersten Quartal geben, in dem die Corona-Krise die Weltwirtschaft voll erwischt hat. Der Konzern hat trotz der Pandemie die Ziele für dieses Jahr bereits bekräftigt.

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