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Unternehmensnachrichten

Ehemaliger Wirecard-Chef Braun legt Haftbeschwerde ein

FILE PHOTO: Markus Braun, CEO of Wirecard AG, an independent provider of outsourcing and white label solutions for electronic payment transactions attends the company's annual news conference in Aschheim near Munich, Germany April 25, 2019. REUTERS/Michael Dalder/File Photo

München (Reuters) - Der ehemalige Wirecard-Chef Markus Braun drängt nach zwei Monaten in Untersuchungshaft auf seine Freilassung.

Der wegen des milliardenschweren Bilanzskandals in Haft genommene Manager hat Haftbeschwerde eingelegt, wie ein Sprecher des Amtsgerichts München am Dienstag bestätigte. Das “Handelsblatt” hatte vorher darüber berichtet. In dem 70-seitigen Antrag weise Braun erneut den dringenden Tatverdacht gegen ihn zurück, hieß es in dem Bericht. Die Staatsanwaltschaft hält ihn für einen der Drahtzieher des mutmaßlichen milliardenschweren Bilanzbetrugs, mit dem der Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München mindestens seit 2015 Banken, Anleger und seine Wirtschaftsprüfer hinters Licht geführt haben soll.

Brauns Rechtsanwalt Alfred Dierlamm war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. In der Haftbeschwerde legen die Juristen dem Blatt zufolge dar, dass ihr Mandant gar nicht in Untersuchungshaft hätte genommen werden dürfen. Die Begründung für die Haft sei nicht nachvollziehbar. Laut “Handelsblatt” zweifeln verschiedene Beschuldigte vor allem die Aussagen des ehemaligen Wirecard-Managers Oliver B. an, der ebenfalls in Haft sitzt und als Kronzeuge gilt. Der Mann, der die Wirecard-Tochter in Dubai geführt hatte, die offenbar im Mittelpunkt des Betrugs steht, hatte sich der Münchner Staatsanwaltschaft gestellt. Erst nach seinen Aussagen war der zunächst auf Kaution freigelassene Vorstandschef Braun in Haft genommen worden.

Die fast zwei Jahre lang im Leitindex Dax gelistete Wirecard musste Ende Juni Insolvenz anmelden, nachdem sich 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz als nicht existent entpuppten. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft haben die Manager die Bilanz mit Luftbuchungen in Asien künstlich aufgebläht und damit Verluste im Kerngeschäft kaschiert. Allein Banken und Investoren seien um mehr als drei Milliarden Euro geprellt worden.

Der Haftrichter in der Münchner Haftanstalt Stadelheim hat nun drei Tage Zeit, über die Haftbeschwerde zu entscheiden. Die Staatsanwaltschaft wird ebenfalls um eine Stellungnahme gebeten.

Unterdessen versucht Wirecard-Insolvenzverwalter Michael Jaffe durch den Verkauf von Tochterfirmen den Schaden für die Gläubiger zu verringern. Die österreichische Verwalterin Ulla Reisch steht laut “Handelsblatt” vor der Veräußerung der Tochter Wirecard Central Eastern. Die Frankfurter Private-Equity-Gesellschaft Aurin Investment erwerbe die Firma für knapp vier Millionen Euro. Das Insolvenzgericht müsse dem noch zustimmen.

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