June 23, 2020 / 7:27 AM / 14 days ago

Aufsichtsräte-Vereinigung fordert nach Wirecard-Skandal Reformen

FILE PHOTO: Executives of Wirecard AG, a payments company, cast shadows at the company's annual news conference in Aschheim near Munich, Germany April 25, 2019. REUTERS/Michael Dalder/File Photo

Düsseldorf (Reuters) - Angesichts des Bilanzskandals bei Wirecard werden Rufe nach schärferen Regeln für Unternehmensführung laut.

“Der Fall Wirecard macht deutlich, dass die Deutsche Börse dringend eine Reformdebatte anstoßen muss”, sagte der Vorstandsvorsitzende der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD), Peter Dehnen, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. “Wir brauchen in Deutschland einen starken Kapitalmarkt, und deshalb wünschen wir uns, dass die Deutsche Börse mit ihrer neuen starken Führung im Stil der Nasdaq die Diskussion über Standards guter Unternehmensführung vorantreibt - gemeinsam mit Aufsichtsräten und Vorständen.” Die 2012 gegründete Vereinigung hat über 130 Mitglieder und bezeichnet sich als unabhängigen Berufsverband für Aufsichtsräte.

Durch den Bilanzskandal bei Wirecard ist der Börsenwert des Dax-Konzerns in den Keller gerauscht - und mit ihnen der Wert der Aktien vieler Anleger, die sich ein früheres Durchgreifen gegen den Zahlungsdienstleister gewünscht hätten. Die jetzigen Regeln für eine gute Unternehmensführung sind Dehnen zufolge unzureichend. “Das Einhalten des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) verhindert weder Skandale noch hat er positive Auswirkungen auf die Unternehmensführung.” Das Regelwerk müsse weiterentwickelt werden. “DCGK steht für Formalismus und Häkchen machen, hat aber keine Wirkung auf die Unternehmenskultur und den Stakeholder Value.” Formale Kriterien müssten mit Leben gefüllt werden.

“Ein Kodex sollte sicherstellen, dass der Vorstand effektive Mechanismen veranlasst, um die Einhaltung von Gesetzen, Vorgaben und Prinzipien zu überprüfen”, betonte Dehnen. Aufsichtsräte müssten ihr Mandat ausschließlich zum Wohl des Unternehmens ausüben und nicht für einzelne Interessengruppen. Und Aktionäre müssten ihre Verantwortung als Eigentümer wahrnehmen und alles unterlassen, was den Interessen des Unternehmens zuwiderlaufe.

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