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Wirtschaftsnachrichten

Deutsche Wirtschaft warnt vor Milliardenverlusten als Folge des Brexit-Streits

A two Euro coin is pictured next to an English ten Pound note in an illustration taken March 16, 2016. REUTERS/Phil Noble/Illustration

Augsburg (Reuters) - Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Brexit-Streits zwischen der EU und Großbritannien wächst in der deutschen Wirtschaft die Sorge vor dem Scheitern der Verhandlungen.

“Allein für die Automobilbranche – die den größten Anteil am Handelsvolumen zwischen Deutschland und Großbritannien hat – drohen ohne Abkommen in weniger als vier Monaten Zölle in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, der Zeitung “Augsburger Allgemeinen” (Montagausgabe). Die Zölle würden Fahrzeuge verteuern und zu einem Nachfragerückgang führen, durch den die Produktion von rund 3 Millionen Fahrzeugen in den kommenden fünf Jahren eingestellt werden müsse, teilten 23 EU-Verbände der Autoindustrie in einer gemeinsamen Erklärung mit.

London und Brüssel können sich derzeit nicht auf die konkrete Umsetzung des Austrittsabkommens und einen Vertrag über die wirtschaftlichen Beziehungen ab 2021 einigen. Bei einem harten Bruch seien abbrechende Lieferketten und lange Wartezeiten an den Grenzen zu befürchten, da es auf britischer Seite noch immer keine funktionierende Infrastruktur für die Zollabwicklung gebe, sagte Wansleben. “Bereits die Brexit-Unsicherheiten der Vergangenheit haben deutliche Spuren hinterlassen”, erklärte er. Dadurch sei das Vereinigte Königreich von Rang 3 auf Rang 5 der wichtigsten Exportmärkte Deutschlands abgerutscht. Infolge der Corona-Krise seien die Exporte im ersten Halbjahr um weitere fast 22 Prozent im Jahresvergleich abgerutscht. Für die Unternehmen sei es umso wichtiger, dass die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien mit klaren Prioritäten geregelt werden: “EU-Binnenmarkt zusammenhalten, Zölle vermeiden, Transportwege aufrechterhalten und die Bürokratie beim Warenaustausch so gering wie möglich halten”, forderte Wansleben.

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