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Wirtschaftsnachrichten

Wirtschaftsweise uneins über Corona-Bonds

Members of the German advisory board of economic experts for the council's 2019/2020 annual economic report pose ahead a news conference in Berlin, Germany, November 6, 2019. Pictured are L-R: member of the advisory board Volker Wieland, Lars Feld, Christoph M. Schmidt, Isabel Schnabel and Achim Truger. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Im Kreis der Wirtschaftsweisen ist der Einsatz von Corona-Bonds im Kampf gegen die Folgen der Virus-Pandemie in der Euro-Zone umstritten.

Der Chef der Sachverständigen, Lars Feld, machte am Montag in einer Pressekonferenz per Videoschaltung klar, dass die Top-Ökonomen in ihrem Sondergutachten zu den wirtschaftlichen Folgen der Virus-Krise dazu geteilter Meinung seien. “Wenn wir das Thema Corona-Bonds exakt so diskutiert hätten, wie sich das manche vorstellen, nämlich mit einer gesamtschuldnerischen Haftung, wären wir wahrscheinlich nicht mit einer einheitlichen Position herausgekommen.”

Er sehe die gesamtschuldnerische Haftung skeptisch - vor allen wegen der Risiken, die sich daraus für die öffentlichen Haushalte, beispielsweise in Deutschland und in den Niederlanden, ergeben würden, sagte der Freiburger Ökonom.

Der Sachverständigenrat besteht üblicherweise aus fünf Mitgliedern. Bis zwei neue Mitglieder von der Bundesregierung berufen werden, gibt es neben Feld noch die beiden weiteren Vertreter Achim Truger und Volker Wieland. Truger betonte, er persönlich halte “auch Corona-Bonds” für eine gemeinsame Lösung in der Euro-Zone für erforderlich. Seinen Worten zufolge sind sich die Sachverständigen immerhin einig, dass alles zu tun sei, damit die Renditeaufschläge für Krisenländer nicht wieder hochgehen und eine “erneute Staatsschuldenkrise” vermieden werden könne.

Eine Kreditlinie des Euro-Rettungsschirms ESM “mit geringst möglicher Konditionalität” sei hierbei eine Option, die schnell realisiert werden könne, sagte Truger. Der ESM wurde 2012 ins Leben gerufen - mitten in der Euro-Krise, als zahlreiche Länder mit überbordenden Schulden und Problemen ihrer Banken kämpften. Dank seiner Top-Bonität kann sich der Fonds zu sehr günstigen Konditionen Geld leihen und diesen Vorteil dann an Euro-Länder weiterreichen, die in einer Notlage sind.

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