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Wirtschaftsnachrichten

Wirtschaftsweise - Konjunktur dürfte über den Winter stagnieren

The skyline with its financial district is photographed during sunset as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in Frankfurt, Germany, November 1, 2020, REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Die Wirtschaftsweisen trauen der Konjunktur in Deutschland nach der Corona-Rezession für 2021 wieder deutliches Wachstum zu.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde dann um 3,7 Prozent zulegen, erklärten die fünf Ökonomen am Mittwoch in ihrem Gutachten für die Bundesregierung. Für 2020 erwarten die Sachverständigen nur einen Einbruch von 5,1 Prozent, nachdem sie im Juni noch ein Minus von 6,5 Prozent prognostiziert hatten. Wegen der steigenden Infektionszahlen sehen die Experten aber immer noch viele Risiken. “Die Corona-Krise ist noch nicht bewältigt”, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Lars Feld. “Durch die stark steigenden Infektionszahlen bleibt die wirtschaftliche Lage fragil.” Für die weitere Entwicklung sei entscheidend, wie die Pandemie eingedämmt werden könne und wie sich die Wirtschaft im Ausland entwickele.

Die Ökonomen gehen davon aus, dass mit dem Teil-Lockdown im November das Infektionsgeschehen weitgehend unter Kontrolle gehalten werden kann. Sollte es jedoch zu massiven Einschränkungen der Wirtschaftsaktivität wie im Frühjahr kommen, dürfte die Rezession 2020 stärker und die Konjunkturbelebung 2021 schwächer ausfallen als derzeit angenommen. Die Weisen rechnen damit, “dass die Wirtschaftsleistung insgesamt über den Winter stagniert”. Einen kräftigen Rückschlag für das exportorientierte Deutschland könnte es geben, sollte die heimische Industrie wie im Frühjahr erneut unter Druck geraten. “Je mehr Länder in einen zweiten Shutdown gehen, desto wahrscheinlicher sind erneute Störungen der Lieferketten und Auftragsrückgänge.” Anfang 2021 erwarten die Ökonomen einen Anstieg bei den Firmenpleiten.

Das Gutachten trägt den Titel “Corona-Krise gemeinsam bewältigen, Resilienz und Wachstum stärken”. Zum 1963 gegründeten Sachverständigenrat gehören neben Feld auch Veronika Grimm, Monika Schnitzer, Achim Truger und Volker Wieland.

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