July 24, 2018 / 6:20 AM / 3 months ago

NRW-Integrationsminister will Grundsatzdebatte nach Özil-Vorwürfen

Berlin (Reuters) - Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) haben Konsequenzen aus den Vorgängen um Fußball-Nationalspieler Mesut Özil gefordert.

Arsenal's German soccer player Mesut Ozil returns to his hotel after training in Singapore July 24, 2018. REUTERS/Edgar Su

“Wir brauchen eine große Wertedebatte”, forderte Stamp am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. “Ich glaube, dass wir jetzt einfach darüber diskutieren müssen, dass unsere Gesellschaft jeden auch in seiner Andersartigkeit akzeptieren muss”. Vorangetrieben werden sollte zudem die Einbürgerung von Menschen mit Migrationshintergrund, genauso, wie mehr von diesen Menschen in den Öffentlichen Dienst geholt werden müssten. Wenn Menschen mit Migrationshintergrund nicht als vollwertige Bürger des Landes im Alltag akzeptiert würden, sei das nicht akzeptabel. “Das ist im Grundsatz das Problem”.

Stamp warf dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Teilen der Öffentlichkeit vor, in der Kritik an Özils gemeinsamem Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit zweierlei Maß gemessen zu haben. Wenn Ex-Nationalmannschafts-Kapitän Lothar Matthäus sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbrüdere, gebe es keinen Aufschrei, sagte er. Diese unterschiedliche Behandlung der beiden Fälle halte er für problematisch. An Özils Vorwürfen sei ein Stück weit “etwas dran” - und das sei für die Integrationsdebatte gefährlich.

Roth nannte im Deutschlandfunk Özils Vorwürfe des Rassismus und der Diskriminierung gegen den DFB und andere “einen Aufschrei”. Wenn Özil das Gefühl äußere, bei Misserfolgen ausgebürgert und nicht mehr dazuzugehören als Deutscher, dann müsse man darüber reden. Viele der Vorwürfe gegen Özil und andere deutsche Fußballspieler mit Migrationshintergrund hätten rassistische Hintergründe.

Özil und sein Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan hatten sich kurz vor der Präsidentenwahl in der Türkei mit Erdogan getroffen und ihm Trikots ihrer jeweiligen Vereinsmannschaft überreicht. Gündogan widmete es “seinem Präsidenten”.

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