April 17, 2018 / 11:13 AM / 8 months ago

Zollfahnder nehmen zunehmend Schwarzarbeit ins Visier

A construction worker adjusts a scaffolding on a construction site for family homes in Hanau near Frankfurt, Germany, May 22, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Der Zoll nimmt bei der Fahndung nach Schwarzarbeitern immer mehr Arbeitgeber ins Visier.

Im vergangenem Jahr sind nach der am Dienstag vorgestellten Jahresbilanz des Zolls über 52.000 Unternehmen überprüft worden - rund 12.000 mehr als 2016. Es sei ein Schaden im Volumen von einer Milliarde Euro aufgedeckt worden, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Insgesamt schlossen die Zollfahnder 2017 knapp 108.000 Schwarzarbeits-Verfahren ab. Dabei wurden auch Freiheitsstrafen erwirkt und Geldstrafen von insgesamt 31,6 Millionen Euro ausgesprochen.

Die Einnahmen des deutschen Zolls betrugen 2017 rund 130 Milliarden Euro. Diese Summe mache rund über 40 Prozent der Steuereinnahmen des Bundes aus, sagte Scholz.

Vergangenes Jahr beschlagnahmten die Kontrolleure über sieben Tonnen Kokain – fast das Fünffache des Vorjahres. Daneben wurden rund zehn Tonnen andere Rauschgiftarten sichergestellt, vor allem Marihuana und Amphetamine.

Durch den Online-Handel habe auch die Marken- und Produktpiraterie zugenommen. Es seien gefälschte Waren im Wert von fast 200 Millionen Euro beschlagnahmt worden. Fast 70 Prozent der Waren stammten aus China und Hongkong. Am häufigsten gefälscht wurden Bekleidung, Schuhe, Handtaschen, Sonnenbrillen oder Schmuck.

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