May 17, 2010 / 8:22 AM / 10 years ago

Euro rutscht auf tiefsten Stand seit vier Jahren ab

A Greek euro coin is seen amongst coins of other Euro zone countries in Athens April 11, 2010. REUTERS/Yiorgos Karahalis

Frankfurt (Reuters) - Der Euro hat seine Talfahrt zu Wochenbeginn beschleunigt und ist auf den tiefsten Stand seit vier Jahren abgerutscht.

Zeitweise war die Gemeinschaftswährung am Montagmorgen zu 1,2237 Dollar zu haben und damit drei Cent günstiger als noch im Handelsverlauf am Freitag. “Es hat den Anschein, als würden die Finanzmärkte den Politikern in Europa nicht die Zeit geben, halbwegs in Ruhe neue Spielregeln für die Mitgliedsländer der Währungsunion aufzustellen”, erklärte UniCredit-Rentenstratege Kornelius Purps. Hauptgrund für den Ausverkauf der Gemeinschaftswährung blieb die Verunsicherung über die langfristigen Folgen der europäischen Schuldenkrise. Viele Investoren befürchten, dass die rigiden Einsparungen einiger Staaten den wackligen Aufschwung innerhalb der Währungsunion abwürgen könnten.

Kurz nach Handelsstart an den Aktienmärkten arbeitete sich der Euro zwar wieder bis auf 1,2280 Dollar hoch. Aber auch auf diesem Niveau wurde die Währung noch tiefer gehandelt als in der heißen Zeit der Finanzmarktkrise im Herbst 2008, als viele Anleger sich in den sicheren Hafen US-Dollar flüchteten.

Seit Monatsbeginn hat der Euro rund sieben Prozent an Wert verloren, seit Jahresanfang das Doppelte. Damit entwickelte sich der Euro seit Januar unter den wichtigen Währungen am schlechtesten. “Mehr und mehr wird deutlich, dass die jüngsten Notmaßnahmen zwar die kurzfristigen Refinanzierungsrisiken der Euroland-Staaten beiseite gefegt haben, die eigentliche Herkules-Aufgabe von den Regierungen aber noch zu leisten ist”, hieß es in einem Marktkommentar der HSH Nordbank. “Ohne eine nachhaltige Fiskaldisziplin und eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in vielen Mitgliedsländern wird die in den letzten Monaten offensichtlich gewordene Anfälligkeit der Währungsunion nicht überwunden werden können.”

EZB - PREISSTABILITÄT WIRD GEWÄHRLEISTET

Am Rentenmarkt waren Bundesanleihen zunächst weiter stark gefragt, einhergehend mit den leichten Zuschlägen beim Euro bröckelten die Gewinne dann aber wieder ab. Der Bund-Future lag zuletzt zwölf Ticks höher bei 126,65 Zählern. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 2,856 Prozent. Die Renditen der vergleichbaren griechischen und spanischen Papiere zogen unterdessen wieder an, die Anleihen rentierten mit 8,075 beziehungsweise 3,985 Prozent. Händler führten den Renditeanstieg darauf zurück, dass die EZB seit Donnerstag keine weiteren Anleihen aufgekauft habe. “Solange die EZB nicht wieder eingreift, werden sich die Spreads weiter ausbreiten”, sagte ein Händler.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte sich am Wochenende bemüht, die wegen ihres Ankaufprogramms europäischer Staatsanleihen aufkommenden Inflationsängste zu zerstreuen. Die Zentralbank sei “absolut entschlossen”, Preisstabilität zu gewährleisten, sagte Trichet dem “Spiegel”. “Diejenigen, die glauben - oder schlimmer noch: suggerieren -, dass wir Inflation künftig tolerieren werden, unterliegen einem schwerwiegenden Irrtum.”

In dieser Woche beraten die Euro-Finanzminister über die Haushaltspolitik und über eine grundlegende Reform des Euro-Stabilitätspaktes. Unterdessen haben europäische Regierungen nach Worten des griechischen Staatschefs Giorgos Papandreou in einem Brief an US-Präsident Barack Obama ein Verbot der hochspekulativen Kreditausfallversicherungen für Staatsanleihen (CDS) angeregt. Papandreou sagte dem “Handelsblatt” (Montagausgabe), die Initiative sei außer von ihm auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker unterzeichnet worden. Ziel der Initiative sei vor allem eine höhere Transparenz auf den Finanzmärkten, aber auch eine stärkere Regulierung.

Am Montagmorgen verteuerten sich griechische CDS nach Angaben des Datenanbieters Markit um 25 auf 625 Basispunkte. Portugiesische Papiere waren demnach zu 255 Basispunkten 13 Basispunkte teurer als am Freitagabend.

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