August 14, 2008 / 3:26 PM / 11 years ago

US-Inflation schürt Zinsfantasie- Euro unter 1,49 Dollar

Frankfurt (Reuters) - Eine unerwartet hohe Teuerung in den USA hat die Anleger am Devisenmarkt am Donnerstag auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank spekulieren lassen.

“Wegen der höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten kursieren nun Zinserhöhungsfantasien. Das stärkt den Dollar”, erläuterte DZ-Bank-Analyst Christoph Müller. Der Euro rutschte nach den Daten auf 1,4880 Dollar, nachdem er zuvor noch bis zu 1,4949 Dollar gekostete hatte.

Allzu rosig sind die Aussichten für den US-Dollar nach Meinung von Experten aber nicht. “Der Markt hat zuletzt darauf gewettet, welcher Währungsraum konjunkturell eher wieder auf die Beine kommen wird. In diesem Szenario hatte der Dollar mit niedrigen Zinsen und einer schnell agierenden Notenbank die besseren Karten. Die Inflationsdaten zeigen nun aber die andere Seite der Medaille”, fasste Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz zusammen. Seiner Ansicht nach könnte in der kommenden Woche die Schwäche der US-Wirtschaft wegen der erwarteten Bauwirtschaftsdaten wieder in den Fokus der Investoren rücken.

Auch nach Ansicht der Analysten der Helaba sollten die Inflationsdaten keinen dauerhaften Einfluss am Devisenmarkt haben. Schließlich sei bereits absehbar, dass der Höhepunkt bei der Teuerung überschritten sei. Gewichtiger seien die schwachen Arbeitsmarktdaten, die die Zinserhöhungserwartungen tendenziell wieder dämpfen.

Etwas Unterstützung bekam der Euro Händlern zufolge von Konjunkturdaten aus Deutschland. Die Wirtschaft ist im zweiten Quartal zwar erstmals seit vier Jahren geschrumpft, allerdings war der Rückgang um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal weniger stark als von Volkswirten erwartet. Nach Aussagen der Bundesbank steht die deutsche Wirtschaft in den kommenden Wochen vor einer Schwächephase, Anlass zum “ausgeprägten Konjunkturpessimismus” gebe es aber nicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzwert für den Euro mit 1,4907 (1,4903) Dollar fest.

Am Rentenmarkt baute der Bund-Future seine Kursverluste ab und lag bei 114 Zählern nahezu unverändert. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 4,203 Prozent. Die von der Bundesbank täglich errechnete Umlaufrendite fiel auf 4,23 (4,26) Prozent. Der Rex-Rentenindex kletterte um 0,17 Prozent auf 116,0061 Punkte.

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