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Inlandsnachrichten

Deutschland verstärkt Truppen vor Wahl in Afghanistan

Krakau (Reuters) - Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat eine Verstärkung der deutschen Truppen in Afghanistan angekündigt.

Zur Absicherung der im Herbst geplanten Präsidentenwahl würden zusätzliche Soldaten an den Hindukusch geschickt, sagte der CDU-Politiker dem SWR am Donnerstag. Außerdem werde eine Aufstockung der schnellen Eingreiftruppe im Norden des Landes geprüft, weil sich die Sicherheitslage vor allem in der Region Kundus verschlechtert habe. Details nannte Jung nicht. In Diplomatenkreisen war aber von einer Aufstockung des Bundeswehr-Kontingents um insgesamt 600 Soldaten die Rede.

Jung reist am Vormittag ins polnische Krakau, wo die Nato-Verteidigungsminister über ein stärkeres Engagement in Afghanistan beraten wollen. US-Präsident Barack Obama hatte bereits vor einigen Tagen die massive Verstärkung der US-Truppen um 17.000 Soldaten angekündigt. Im Gegenzug erhoffen sich die USA allerdings auch deutlich mehr Unterstützung ihrer die Verbündeten - sei es durch die Entsendung zusätzlicher Truppen oder durch mehr Hilfe beim zivilen Aufbau und der Polizeiausbildung.

Die Entsendung 600 weiterer Bundeswehr-Soldaten nach Afghanistan wäre durch das bisherige Bundestagsmandat gedeckt, nach dem bis zu 4500 deutsche Soldaten an den Hindukusch geschickt werden können. Derzeit ist die Bundeswehr dort mit knapp 3600 Soldaten im Einsatz. Auch Italien hat zugesagt, 500 zusätzliche Soldaten zur Verfügung zu stellen. Ein geordneter Ablauf der Wahl ohne schwerwiegende Störungen durch die islamistischen Taliban gilt als entscheidend für die weitere Entwicklung Afghanistans.

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