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Inlandsnachrichten

Afghanistan-Kontingent könnte um 500 Soldaten schrumpfen

A German Bundeswehr army military police soldier casts a shadow during a joint mission with U.S. army soldiers with the 137th military police detachment in Nawabad, north of Kunduz, northern Afghanistan December 11, 2010. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Deutschland will sein Afghanistan-Kontingent nach den Worten von Generalinspekteur Volker Wieker zur Jahreswende um rund 500 Soldaten reduzieren.

Dies sei ein “Rahmen, an dem man sich orientieren kann”, sagte Wieker im “Interview der Woche” des Deutschlandfunks laut Vorabbericht. Damit würde die Bundeswehr jene Zahl an Soldaten wieder zurückholen, die sie im vergangenen Jahr zusätzlich nach Afghanistan entsandt hatte. Allerdings hängt laut Wieker die Reduzierung des deutschen Kontingents noch davon ab, was die USA aus dem Norden abzögen und wie sich die anderen truppenstellenden Nationen verhielten, mit denen die Bundeswehr im Norden Afghanistans zusammenarbeitet. Er werde darüber mit seinen Kollegen im September beraten, kündigte Wieker an.

Unzufrieden zeigte sich der Generalinspekteur über die Ankündigung der USA, bis zum Sommer nächsten Jahres rund 33.000 Soldaten abzuziehen. Dies sei ein ambitioniertes Ziel. “Man hätte vielleicht ein etwas gestreckteres Zeitfenster erwarten könne.” Es komme nun darauf an, welche Truppenteile die USA nach Hause holten. Letztlich stellten sie im Norden Afghanistans Kernfähigkeiten. Man stehe mit den Amerikanern in engen Verhandlungen, um sicherzustellen, dass Deutschen und alle übrigen Verbündeten “weiterhin ihren Auftrag erfüllen können”.

Die Anschläge der vergangenen Wochen bezeichnete Wieker als Rückschläge. Diese dürften aber nicht den Blick verstellen auf die gesamte Entwicklung vor Ort. Hier seien einige Erfolgen zu verzeichnen. So seien die Taliban fast nicht mehr in der Lage in “komplexen Angriffen” etwa mit Hand- und Panzerabwehrwaffen die Schutztruppe ISAF und die afghanischen Streitkräfte zu gefährden, die Bevölkerung Repressalien auszusetzen oder Mitläufer zu rekrutieren.

STANDORTENTSCHEIDUNG AUCH NACH REGIONALEN BERUFSPERSPEKTIVEN

Ein positives Zwischenfazit zog Wieker zur Bundeswehrreform. Vor allem bei der Rekrutierung des Nachwuchses nach Ende der Wehrpflicht sei man mittlerweile auf einem guten Weg. Bei den anstehenden Entscheidungen über Erhalt und Schließung von Standorten kündigte er an, auch die regionalen Berufsperspektiven im Auge zu behalten. Weitere Kriterien seien die Ausbildungs- und Übungsmöglichkeiten, der Zustand der Infrastruktur und die Attraktivität eines Standortes. Insgesamt werde es wohl nicht so dick kommen wie manche dies befürchteten.

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