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Inlandsnachrichten

Firmenchefs machen sich für Stuttgart 21 stark

Stuttgart (Reuters) - Fünf Tage vor der mit Spannung erwarteten Volksabstimmung über das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 werfen Weltkonzerne wie Daimler und Bosch noch einmal ihr ganzes Gewicht in die Waagschale der Befürworter.

Auch baden-württembergische Mittelständler wie WMF machten sich am Mittwoch für den mit 4,5 Milliarden Euro veranschlagten Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs stark. Die Initiative geht auf den früheren BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht zurück. “Investitionen in Infrastruktur sind Investitionen in den Wohlstand von morgen”, sagte Hambrecht. “Ein klares ‘Nein’ zum Ausstieg aus dem Zukunftsprojekt S21 sei ein Bekenntnis zu einem fortschrittlichen Industriestandort Deutschland”, sagte der gebürtige Schwabe.

Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, Stillstand bedeute Rückschritt. Am Sonntag werde “über die Verlässlichkeit demokratisch getroffener Beschlüsse und über die Handlungsfähigkeit Deutschlands als wichtigster Volkswirtschaft Europas” abgestimmt. Auch Bosch-Geschäftsführer Wolfgang Malchow warb für das Projekt: Für langfristige Investitionsentscheidungen benötige das Unternehmen Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen.

Der Vorstandschef des Küchenausrüsters WMF, Thorsten Klapproth, verspricht sich Vorteile von der neuen Schnellbahnstrecke Stuttgart- Ulm über die Schwäbische Alb. “Will man die WMF in Geislingen an der Steige mit dem öffentlichen Nahverkehr besuchen, wird man keine bessere Argumentation für dessen Ausbau finden”, sagte Klapproth. Bisher fahre nur jede zweite Stunde ein Schnellzug zwischen Stuttgart und Ulm, der auch an den Bahnhöfen in Göppingen und Geislingen halte.

Zu den Unterstützern von Stuttgart 21 gehören neben der Industrie- und Handelskammer Stuttgart auch der Werkzeughersteller Stihl, der Autozulieferer Mahle und der Zulieferer ZF Friedrichshafen. Der Bau von Stuttgart 21 und der Schnellbahnstrecke nach Ulm wird nach Kostenrechnungen der Deutschen Bahn als Bauherrin mit mehr als acht Milliarden Euro veranschlagt. Außer vom Land und vom Bund fließen auch Geld aus den Töpfen der Stadt Stuttgart und der Europäischen Union in das Vorhaben, das bereits seit Mitte der 90er Jahre geplant ist. Gegen das Projekt laufen seit fast zwei Jahren Zehntausende Bürger in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Sturm.

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