October 28, 2014 / 1:43 PM / 6 years ago

Australien und USA verschärfen Ebola-Regeln

Workers make protective clothing at a factory of Lakeland Industries in Weifang, Shandong province, October 28, 2014. REUTERS/China Daily (CHINA - Tags: DISASTER HEALTH BUSINESS) CHINA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN CHINA

Sydney/Washington (Reuters) - Australien hat angesichts der Ebola-Epidemie seine Sicherheitsvorkehrungen weiter verschärft.

Als erstes westliches Land will die Regierung in Canberra vorübergehend keine Visa für Reisende aus den drei vom Ausbruch der Seuche betroffenen westafrikanischen Ländern mehr ausstellen. Einwanderungsminister Scott Morrison sagte, dass Anträge aus Guinea, Sierra Leone und Liberia nicht mehr bearbeitet würden. Menschen mit einem Dauervisum sollten 21 Tage unter Quarantäne gestellt werden, bevor ihnen die Einreise nach Australien erlaubt werde. Bislang hat sich in Australien niemand mit Ebola angesteckt. Die Weltgesundheitsbehörde WHO teilte am Dienstag mit, dass in dem westafrikanischen Land Mali derzeit 82 Personen überwacht werden, die unter Verdacht einer Ebola-Infizierung stehen.

Auch die USA verhängten weitere Vorsichtsmaßnahmen. Die US-Regierung ordnete an, dass Soldaten, die aus Ebola-Gebieten zurückkehren, zunächst isoliert werden. Auch verschiedene US-Bundesstaaten haben Zwangsquarantäne für Helfer angeordnet, die aus Einsätzen in den westafrikanischen Ebola-Gebieten nach Hause kommen. Die Armee habe ein Dutzend Soldaten nach ihrer Rückkehr auf den Stützpunkt in Vicenza in Italien isoliert, teilte ein Armeesprecher mit. Darunter sei auch General Darryl Williams, der Befehlshaber der US-Armee für Afrika, der den Aufbau der Hilfsmission in den Ebola-Gebieten überwacht hatte. Williams versicherte Reuters in einem Telefongespräch, dass sich die italienische Bevölkerung keine Sorgen machen müssten. Die betroffenen Soldaten würde nicht durch Vicenza laufen, so dass es keinen Kontakt gebe. Nach Aufbau der Mission in Westafrika sollen bis zu 4000 US-Soldaten in der Ebola-Region zum Einsatz kommen.

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon kritisierte die Restriktionen. Damit würden vor allem die Helfer besonders belastet, sagte ein Sprecher in New York. Die Zwangsisolierung ist auch in den USA umstritten.

In Deutschland müssen sich zurückkehrende Helfer nach Auskunft des Gesundheitsministeriums beim Gesundheitsamt melden. Dieses könne Beschränkungen der beruflichen Tätigkeit anordnen. Möglicherweise könnte es da aber auch Änderungen in der Zukunft geben: “Die zuständigen Bundesländer erarbeiten derzeit zusammen mit den Hilfsorganisationen und unterstützt durch das Robert Koch-Institut eine Handreichung zum Umgang mit Rückkehrern aus den betroffenen Gebieten”, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Dies könne auch als Orientierungshilfe für die örtlichen Gesundheitsbehörden der Bundesländer dienen. In Deutschland sind die Bundesländer für das Infektionsschutzgesetz verantwortlich.

Die Viruserkrankung Ebola, an der in Westafrika bislang etwa 5000 Menschen gestorben sind, hat eine Inkubationszeit bis zu 21 Tagen. Während dieser Zeit kann ein Infizierter keine anderen Menschen anstecken. Gibt es Symptome wie Fieber oder Erbrechen, ist eine Übertragung über Körperflüssigkeiten möglich.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below