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Wirtschaftsnachrichten

Troika bescheinigt Griechenland erste Fortschritte

Athen (Reuters) - Griechenland hat nach Einschätzung seiner internationalen Geldgeber Fortschritte bei den Sparbemühungen gemacht, muss den eingeschlagenen Kurs aber konsequent fortsetzen.

REUTERS/John Kolesidis (GREECE - Tags: POLITICS BUSINESS ELECTIONS)

Für ein abschließendes Urteil zur Lage des Landes reisen die Experten im September erneut nach Athen, wie ein Vertreter der so genannten Troika am Sonntag nach Abschluss eines Besuchs in Griechenland ankündigte. Das Expertengremium besteht aus Vertretern von Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB). “Die Gespräche liefen gut, wir haben Fortschritte gemacht”, sagte der Chef der IWF-Delegation, Poul Thomsen, nach einem Treffen im griechischen Finanzministerium zum Abschluss des Besuchs der Troika. “Wir machen nun eine Pause und werden Anfang September zurückkehren.”

In einer gemeinsamen Erklärung von EZB, EU-Kommission und IWF hieß es, die Gespräche über eine Umsetzung des Sparprogramms seien produktiv verlaufen. Es habe Übereinstimmung gegeben, dass es einer stärkerer Anstrengung bedürfe, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Von dem für September erwarteten Bericht der Troika ist die nächste Auszahlung von Hilfen aus dem Rettungsprogramm für Griechenland abhängig. Vor wenigen Tagen einigten sich die Koalitionsparteien auf ein von den Euro-Staaten gefordertes weiteres Sparpaket von 11,5 Milliarden Euro. Details dazu will das Land bis Anfang September klären, wie aus dem Finanzministerium verlautete. Die Regierung hatte in den vergangenen Tagen wiederholt Alarm geschlagen: Die Barmittel werden nach Angaben des Finanzministeriums knapp, und die Details der Finanzierung des Landes für August sind noch nicht geklärt. Noch in diesem Monat muss das Land eine Anleihe im Volumen von 3,2 Milliarden Euro bedienen.

MONTI FORDERT MORALISCHE, NICHT FINANZIELLE UNTERSTÜTZUNG

Griechenland hat sich im Gegenzug für ein 130 Milliarden Euro schweres Rettungspaket gegenüber seinen Gläubigern zu Reformen und einem strikten Sparkurs verpflichtet. Zuletzt waren auch Spanien und Italien als mögliche weitere Kandidaten für den europäischen Rettungsschirm gehandelt worden.

Der italienische Zentralbankchef Ignazio Visco, sagte aber der Zeitung “La Repubblica” auf die Frage, ob Italien derzeit um Hilfen bei den europäischen Rettungsschirmen EFSF/ESM bitten solle: “Im Augenblick erscheint es mir dafür keine Notwendigkeit zu geben.” In Zukunft komme dies aber auf mehrere Faktoren an. Im Wesentlichen gehe es um die italienischen Reform- und Haushaltsbemühungen. “Viel hängt von uns selbst ab”, sagte er.

Italien sieht sich mit steigenden Renditen konfrontiert. Den Druck erhöht hat zudem die Ratingagentur S&P. Sie senkte am Freitagabend die Bewertung für 15 italienische Geldhäuser.

Ministerpräsident Mario Monti sagte in einem “Spiegel”-Interview, er hoffe, Italien vor dem finanziellen Ruin zu retten, “und zwar mit der moralischen Unterstützung einiger europäischer Freunde, Deutschland voran. Aber ich sagte ganz deutlich: moralische Unterstützung, nicht finanzielle.” Allerdings sollten Deutschland und andere Länder “jenen Staaten in der Euro-Zone etwas mehr Spielraum lassen, die den europäischen Vorgaben am genauesten folgen”.

SPANIEN SIEHT SICH NICHT UNTER ZUGZWANG

Für Spanien besteht nach den Worten von Wirtschaftsminister Luis de Guindos kein unmittelbarer Handlungsbedarf, um über einen Antrag auf umfassende EU-Hilfen zu entscheiden. “Wir werden die Details klären und dann einen genauen Zeitplan entwerfen”, sagte er der Zeitung “ABC” auf die Frage, ob Spanien im September einen solchen Antrag stellen werde. “Wir haben Zeit.” Der Großteil des Finanzbedarfs für dieses Jahr sei bereits gedeckt. Regierungschef Mariano Rajoy hatte am Freitag erstmals signalisiert, ein Antrag auf EU-Hilfen für das Land werde erwogen. Eine Entscheidung in der Angelegenheit sei aber noch nicht gefallen, sagt er. Die Äußerungen hatten die Renditen für spanische Staatsanleihen erneut nach oben getrieben.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte vergangene Woche signalisiert, eventuell Staatsanleihen von Krisenländern wie Spanien oder Italien zu kaufen, wenn diese Staaten unter den europäischen Rettungsschirm flüchten und damit de facto verbundene Auflagen in Kauf nehmen. Visco, der auch im EZB-Rat sitzt, sagte, die wirtschaftliche Situation in Italien und der Euro-Zone bleibe insgesamt so ernst, dass eine “weitere Lockerung der Geldpolitik in den nächsten Monaten erwogen werden kann.”

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