June 5, 2011 / 10:19 AM / 9 years ago

Regierung räumt Klinik-Engpässe wegen Ehec-Erreger ein

A patient, infected with EHEC, lies in his bed in an isolation area of the 'Universitaetsklinikum Hamburg-Eppendorf ' (University Medical Center Hamburg-Eppendorf - UKE) in the northern German town of Hamburg June 2, 2011. REUTERS/Fabian Bimmer

Berlin (Reuters) - Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat Engpässe in einigen Krankenhäusern wegen des gefährlichen Ehec-Erregers eingeräumt.

Bei der Versorgung von Kranken herrsche eine angespannte Lage, sagte Bahr der “Bild am Sonntag”. Zur Lösung dieses Problems sollten fehlende Kapazitäten etwa in Hamburg und Bremen durch freie Plätze in den umliegenden Krankenhäusern ausgeglichen werden. Der FDP-Politiker sollte sich am Sonntagnachmittag (ab 15.00 Uhr) im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf über die Lage von Patienten informieren. In dem Krankenhaus werden viele Ehec-Opfer behandelt, die unter dem lebensgefährlichen hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) leiden. Die Hansestadt ist im Verhältnis zur Bevölkerungszahl das am stärksten betroffene Bundesland.

Bahr sowie Minister aus den Ländern kommen voraussichtlich am Mittwoch zu einem Treffen zusammen, bei dem das Thema Ehec zur Sprache kommen soll, wie sein Sprecher sagte. Es handele sich aber nicht um ein Krisentreffen. Das hatte die “Bild am Sonntag” zuvor berichtet.

Aus der Opposition kommt indes Kritik am Krisenmanagement der Behörden. Auch über einen Monat nach Ausbruch der Seuche arbeiteten Ministerien, Bundesbehörden, Bundesländer, Kliniken und Gesundheitsämter unkoordiniert nebeneinander her, erklärte der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann am Sonntag. Es sei keine klare Linie erkennbar. “Die Hinweise für die Bevölkerung haben das Niveau des Einführungslehrgangs in der Hauswirtschaftsschule. Das reicht nicht aus.”

SUCHE NACH URSACHE

Die Behörden versuchen fieberhaft herauszufinden, wie sich viele Hunderte Patienten vor allem in Norddeutschland mit dem Bakterium infizierten. So arbeiten im Lagezentrum des Robert-Koch-Institutes (RKI) nach eigenen Angaben rund um die Uhr Mitarbeiter, um Hinweise aus der Bevölkerung und von Behörden auszuwerten. Das Institut dementierte am Samstag indirekt einen Bericht des Nachrichtenmagazins “Focus”, demzufolge die Ehec-Epidemie mit dem Hamburger Hafengeburtstag Anfang Mai in Verbindung stehen könnte. “Pressemeldungen, wonach Ehec-Infektionen mit Großveranstaltungen in Verbindung gebracht werden, decken sich nicht mit den Erkenntnissen des RKI und stehen im Widerspruch zu dem epidemiologischen Profil des Ausbruchs”, erklärte das Institut.

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