March 26, 2011 / 10:47 AM / in 8 years

Frankreich will UN für Elfenbeinküste mobilisieren

Genf/New York (Reuters) - Im erbitterten Machtkampf im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste will Frankreich Präsident Laurent Gbagbo per UN-Resolution zur Aufgabe zwingen.

Zusammen mit Nigeria setzt sich Frankreich im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für einen Beschluss ein, der Sanktionen gegen Gbagbo und seinen Führungszirkel vorsieht. Zudem soll die UN-Friedenstruppe in der Elfenbeinküste damit beauftragt werden, schwere Waffen im Großraum der Wirtschaftsmetropole Abidjan zu beschlagnahmen. Allein aus dieser größten Stadt des Landes sind den UN zufolge fast eine Million Menschen auf der Flucht. Hinzu kämen viele weitere in anderen Regionen des westafrikanischen Staates, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in Genf mit. Damit wurden frühere Schätzungen stark angehoben.

Frankreichs Botschafter Gerard Araud sagte nach einer Tagung des UN-Sicherheitsrats zum Konflikt in der Elfenbeinküste, der Entwurf solle kommende Woche erörtert werden. Offen war zunächst, wann über ihn abgestimmt werden könnte. Araud zeigte sich optimistisch, in dem Gremium eine Mehrheit für den Resolutionsentwurf zu bekommen. Aber es blieb unklar, ob alle 15 Mitglieder zustimmen. Der russische Botschafter Witali Tschurkin sagte auf dem Weg in die Beratungen in sarkastischem Ton zu Journalisten: “Noch ein großer Krieg - das ist genau das, was wir brauchen.” Frankreich war beim jüngsten - von den UN gebilligten - Militäreinsatz in Libyen vorgeprescht.

Der französische Botschafter Araud sprach von einer “menschlichen Tragödie” in der Elfenbeinküste. Nach der Präsidentenwahl im November 2010 kommt es dort immer wieder zu Kämpfen zwischen Anhängern Gbagbos und seines Herausforderers Alassane Ouattara, der international als Wahlsieger anerkannt ist. Bei den Auseinandersetzungen kamen nach offiziellen Angaben 462 Menschen ums Leben. Dem UNHCR zufolge fürchten sich die Bewohner der Elfenbeinküste vor einem Krieg. In Abdidjan leben normalerweise vier Millionen Menschen.

Die Elfenbeinküste ist der wichtigste Kakaoproduzent der Welt und auf die Einnahmen des Wirtschaftszweiges angewiesen. Wegen des Konfliktes wird derzeit kein Kakao exportiert.

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