December 3, 2010 / 5:20 PM / 9 years ago

Opposition in der Elfenbeinküste warnt vor Bürgerkrieg

Supporters of former Prime Minister and presidential candidate for the Rally of the Republicans (RDR) Alassane Ouattara celebrate on a street in Gagnoa, the native village of rival candidate for the Ivorian Popular Front (FPI) and current President Laurent Gbagbo, western Ivory Coast December 2, 2010. REUTERS/Luc Gnago

Abidjan (Reuters) - Nach dem chaotischen Ausgang der Präsidentenwahl in der Elfenbeinküste warnt die Opposition vor einem Bürgerkrieg.

Ein Mitarbeiter des zunächst zum Sieger erklärten Herausforderers Alassane Ouattara sagte am Freitag, die Opposition werde eine Revision des Ergebnisses nicht anerkennen. Kurz darauf erklärte der Verfassungsrat das von der Wahlkommission veröffentlichte Resultat für ungültig. In vier Regionen müsse das Ergebnis wegen Unregelmäßigkeiten annulliert werden, so dass nun Amtsinhaber Laurent Gbagbo die Stichwahl mit 51 Prozent gewonnen habe, sagte ein Sprecher des obersten Gerichtes des Landes. Ouattara erhielt demnach 49 Prozent.

Die Wahlkommission hatte dagegen Herausforderer Ouattara zum Sieger erklärt - was jedoch den sofortigen Widerspruch der Partei von Präsident Gbagbo hervorrief. Der UN-Sicherheitsrat drohte mit Sanktionen, sollte die Arbeit der Wahlkommission behindert werden. Die UN-Vertretung in der Elfenbeinküste teilte mit, die Vereinten Nationen würden auch nach der Entscheidung des Verfassungsrats Ouattara als Gewinner betrachten.

Die USA forderten alle Seiten auf, das von der Kommission verkündete Ergebnis anzuerkennen. Auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy appellierte an den Verfassungsrat, den klar zum Ausdruck gebrachten Willen des Volkes zu respektieren. Internationale Beobachter hatte die Wahl als im Allgemeinen frei und gerecht beschrieben.

Das Militär schloss in der Nacht auf Freitag die Grenzen des afrikanischen Landes, ohne einen Grund dafür anzugeben. Die Medien-Regulierungsbehörde teilte zudem mit, ausländische Sender wie France24 und Radio France International seien nicht mehr zu empfangen.

Die mehrfach verschobene Wahl sollte das durch einen Bürgerkrieg in Norden und Süden geteilte Land eigentlich wiedervereinen. Stattdessen brach die Teilung in dem weltweit wichtigsten Erzeugerland für Kakao wieder auf. Berichten zufolge haben Polizei und Militär seit der Wahl bis zu 16 Menschen erschossen.

Wegen der Unruhen verteuerte sich Kakao an den Terminmärkten. Der in den USA gehandelte März-Kontrakt für Kakao zog um bis zu 1,6 Prozent auf 2915 Dollar je Tonne an. An der Londoner Börse kostete der Schokoladen-Grundstoff mit 1960 Pfund je Tonne zwei Prozent mehr als am Vortag.

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