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Europa und Afrika wollen gegen illegale Migration vorgehen
November 29, 2017 / 5:03 PM / 15 days ago

Europa und Afrika wollen gegen illegale Migration vorgehen

Abidjan (Reuters) - Europäer und Afrikaner wollen nach Berichten über Sklaverei in Libyen entschiedener gegen Schlepperbanden vorgehen.

U.N. Special Representative and Head of the United Nations Support Mission in Libya Martin Kobler and International Organization for Migration Director General William Lacy Swing visit illegal African migrants at a detention camp in Tripoli, Libya, March 22, 2017. REUTERS/Ismail Zitouny

Die Staats- und Regierungschefs von EU und Afrikanischer Union zeigten sich am Mittwoch auf dem Afrika-Gipfel in Abidjan über die Behandlung von Migranten in libyschen Lagern entsetzt. “Dieses Thema spielt jetzt hier auf dem afrikanischen Kontinent (...) flächendeckend eine Rolle, weil es Berichte darüber gibt, dass afrikanische junge Männer wie Sklaven verkauft werden in Libyen”, sagte Kanzlerin Angela Merkel. Der Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, sprach als Gastgeber davon, dass mehr getan werden müsse. Die Berichte erinnerten an die schlimmsten Stunden der Menschheit. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte mehr europäische Hilfe für Afrika an.

An dem Gipfeltreffen nehmen mehr als 70 Staats- und Regierungschefs teil. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zu verstärken. Merkels Afrika-Beauftragter Günter Nooke verwies im Reuters-Interview darauf, dass die EU einen milliardenschweren Finanzrahmen bereitstellt, der Investitionen von 44 Milliarden Euro anschieben soll. Mehrere Gipfelteilnehmer forderten, die wirtschaftliche Entwicklung anzuschieben. “Es geht um Jobs, Jobs, Jobs, Jobs”, sagte Nooke. Der Präsident der Afrikanischen Union, Alpha Conde, hob Ausgaben für Bildung hervor. Dies hatte auch Merkel angemahnt.

Neben den Wirtschaftskontakten und Hilfen für den Kampf gegen islamistische Extremisten etwa in Nigeria oder im Tschad steht die Migration im Mittelpunkt der Beratungen. Das Thema Sklavenhandel habe eine große emotionale Bedeutung für die Afrikaner, sagte Merkel. “Daraus ergibt sich auch ein gemeinsames Interesse daran, die illegale Migration zu beenden.” Es müssten legale Möglichkeiten für Afrikaner geschaffen werden, in der EU eine Ausbildung zu bekommen oder zu studieren. Man müsse verhindern, dass Menschen “auf schrecklichste Weise entweder in Lagern in Libyen sind oder sogar gehandelt werden”.

Nooke widersprach Außenminister Sigmar Gabriel, der gesagt hatte, die EU könne jedes Jahr Hunderttausende junge Afrikaner aufnehmen, um sie auszubilden. Diese sollten dann nach drei bis vier Jahren die EU wieder verlassen. “Kein Innenminister wird Hunderttausende reinlassen, wenn er nicht sicher ist, dass die meisten zurückgehen”, sagte Nooke.

NUR WENIGE NIGERIANER BEKOMMEN ASYL

Auch Merkel sprach in ihren bilateralen Gesprächen Rückführungsabkommen an. Weil viele afrikanische Länder auf die Auslandsüberweisungen ihrer Bürger angewiesen sind, sträuben sie sich teilweise dagegen, Landsleute zurückzunehmen.

Hintergrund der Debatte ist, dass die meisten Migranten und Flüchtlinge mittlerweile über Libyen und das Mittelmeer nach Italien kommen. Dabei stehen viele afrikanische Herkunftsländer an der Spitze. Während fast alle Eritreer und ein Großteil der Somalier als Flüchtlinge oder Asylbewerber anerkannt werden, liegt die Anerkennungsquote bei Ländern wie Nigeria, Mali oder Gambia unter zehn Prozent.

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