March 8, 2016 / 3:17 PM / 3 years ago

EU vertagt Entscheidung über Unkrautvernichter Glyphosat

Monsanto's Roundup weedkiller atomizers are displayed for sale at a garden shop at Bonneuil-Sur-Marne near Paris, France, June 16, 2015. French Environment and Energy Minister Royal has asked garden shops to stop over-the-counter sales of Monsanto's Roundup weedkiller as part of a wider fight against pesticides seen as potentially harmful to humans.The International Agency for Research on Cancer (IARC), part of the World Health Organization (WHO), said in March that glyphosate, the key ingredient in Monsanto's Roundup was "probably carcinogenic to humans." REUTERS/Charles Platiau

Brüssel (Reuters) - Die Weiterverwendung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in der Europäischen Union ist ungewiss.

Die EU habe am Dienstag nach einer Anhörung von Experten aller 28 Mitgliedstaaten die Entscheidung über eine Verlängerung der Zulassung des weltweit meistgenutzten Herbizids vertagt, hieß es in EU-Kommissionskreisen. Die Kommission hatte eine Verlängerung der kommenden Juni auslaufenden Genehmigung empfohlen. Allerdings zeichnete sich keine qualifizierte Mehrheit der EU-Staaten ab. Nach den Regularien hätten sich mindestens 55 Prozent der Mitgliedstaaten, die mindestens 65 Prozent der Bevölkerung der EU repräsentieren, für Glyphosat aussprechen müssen.

Der für das Mittel zuständige Ausschuss solle nun bei seiner Sitzung am 18. und 19. Mai, möglicherweise aber auch früher, entscheiden, hieß es. Hintergrund ist ein Streit über die von Glyphosat möglicherweise ausgehenden gesundheitlichen Gefahren. Die EU-Agentur EFSA hatte erklärt, der Unkrautvernichter sei wohl nicht krebserregend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) war derselben Ansicht. Dagegen hatte die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO zuvor davon gesprochen, dass Glyphosat beim Menschen wahrscheinlich Krebs auslösen kann.

Der US-Agrar-Riese Monsanto vertreibt Glyphosat unter dem Markennamen Roundup. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz mit dem Mittel in Höhe von 4,8 Milliarden Dollar. Im US-Staat Kalifornien klagt Monsanto gegen die Umweltbehörde, die Glyphosat in eine Liste krebserregender Mittel aufnehmen möchte.

Bisher war damit gerechnet worden, dass die EU-Staaten trotz heftiger Proteste von Umweltschützern die Verwendung des Herbizids für weitere 15 Jahre billigen würden. Frankreich hatte jedoch vergangene Woche erklärt, der Zulassungsverlängerung nicht zustimmen zu wollen. Deutschland wollte sich enthalten.

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