January 31, 2018 / 1:14 PM / a year ago

EU stellt bei Brexit hohe Hürden für britische Banken auf

Office blocks of Citi, Barclays, and HSBC banks are seen at dusk in the Canary Wharf financial district in London, Britain November 16, 2017. REUTERS/Toby Melville

Brüssel (Reuters) - Die Europäische Union erhöht vor dem wichtigsten Teil der Brexit-Verhandlungen den Druck auf die britischen Banken.

Die Finanzhäuser würden mit dem EU-Ausstieg des Landes den Zugang zum Finanzsektor der Union verlieren, sagten EU-Diplomaten am Mittwoch zu Reuters. Auch bei einem Freihandelsvertrag würden die Möglichkeiten der Londoner Banken in der EU eingeschränkt und je nach Geschäftssektor reguliert, hieß es. Die Verhandlungen über das Abkommen zwischen der EU und Großbritannien sollen im Frühjahr beginnen.

EU-Vertreter hatten zuvor Diplomaten aus 27 Mitgliedsstaaten über die Ausgangslage für die anstehenden Gespräche mit der britischen Regierung informiert. Für Premierministerin Theresa May geht es dabei um einen der wichtigsten Sektoren ihrer Volkswirtschaft - London ist einer der größten Finanzplätze der Welt. Er profitiert von den sogenannten Passport-Rechten. Damit können Finanzfirmen von London aus ihre Produkte und Dienste in der gesamten EU anbieten. Diese Vorzüge will Großbritannien auf jeden Fall behalten. Die EU wies entsprechende Wünsche der City of London, wie das Finanzviertel heißt, aber zurück. Der Bankensektor könne nicht unabhängig vom Binnenmarkt betrachtet werden, sagte ein Diplomat.

Der Bankensektor könne in das noch zu verhandelnde Freihandelsabkommen aufgenommen werden, hieß es. Voraussetzung dafür sei, dass Brüssel die britische Bankenaufsicht als gleichwertig mit der EU erachte. “Die Botschaft war, dass in Anbetracht der britischen Vorbehalte ein Freihandelsvertrag die einzige Art der Zusammenarbeit ist”, sagte ein anderer Diplomat. Allerdings müssten sich die Banken auch dann auf Einschränkungen einstellen.

Großbritannien will nach 45 Jahren in der EU im März 2019 austreten. Danach ist eine Übergangsperiode von 21 Monaten geplant. In der Zeit soll das Vereinigte Königreich weiter Teil des EU-Binnenmarktes mit seinen 500 Millionen Einwohnern und der Zollunion bleiben, aber nicht mehr in Brüssel mitreden dürfen. Belastbare Vereinbarungen gibt es auch hier noch nicht - die Verhandlungen beginnen bald. Die Vertreter der 27 Mitgliedsländer einigten sich am Montag auf eine gemeinsame Position für diese Gespräche.

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