August 2, 2018 / 1:42 PM / 4 months ago

Dürre treibt die Preise im Getreidehandel

Wheat is seen on a field in Valley near Munich, Germany, July 30, 2018. REUTERS/Michael Dalder

Berlin (Reuters) - Die seit Wochen anhaltende Trockenheit treibt noch vor Abschluss der Ernte die Preise im Getreidemarkt.

Eine Tonne Weizen aus Europa kostete am Donnerstag bis zu 213 Euro und lag damit auf einem Fünf-Jahres-Hoch. “Die Situation in Nordeuropa ist katastrophal”, sagte Analyst Andree Defois von Strategie-Grains. Die Beratungsfirma hat ihre Prognose für die Weichweizenernte in der EU für dieses Jahr bereits auf 130 Millionen Tonnen und damit auf ein Sechsjahrestief gesenkt und schließt weitere Korrekturen nach unten nicht aus.

Die Europäsche Union ist weltweit der größte Weizenproduzent. Neben Deutschland, wo der Bauernverband DBV am Mittwoch nochmals verschlechterte Erwartungen vorstellte, sind auch andere europäische Länder betroffen. Besonders angespannt ist die Lage in Schweden, wo die Weizenernte um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückging. In Deutschland wird sie nach DBV-Angaben um ein Viertel geringer ausfallen als 2017.

Auch Viehhalter leiden unter der Dürre, auf ihren Feldern wächst kaum noch Futter. Die Mäster und Milchbauern sind auf Zukäufe angewiesen, was zu einer Umkehr der üblichen Verhältnisse auf dem Markt für Brot- und Futterweizen führt. Üblicherweise ist der qualitativ hochwertige Brotweizen teurer als der Futterweizen. Am Donnerstag notierte eine Tonne Futterweizen aber bei 220,50 Euro pro Tonne, während für Brotweizen 213 Euro anfielen.

Die klimatischen Verhältnisse schlagen sich auch in den sogenannten Terminkontrakten nieder. Dabei vereinbaren Landwirt und Käufer einen festen Preis für eine bestimmte Menge von Feldfrüchten, die an einem festgelegten Tag geliefert werden müssen. Diese Verträge sind an der Börse handelbar und spiegeln die Erwartungen der Marktteilnehmer. Der europäische Terminkontrakt auf Weizen legte knapp 17 Prozent zu und war am Donnerstag mit 209,25 Euro je Tonne so teuer wie zuletzt vor mehr als dreieinhalb Jahren. Bei Kartoffeln summiert sich das Plus sogar auf 77 Prozent.

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