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Wirtschaftsnachrichten

Ungarn will Veto gegen EU-Finanzpläne einlegen - Polen dürfte nachziehen

FILE PHOTO: Hungary's Prime Minister Viktor Orban in Brussels, Belgium July 17, 2020. John Thys/Pool via REUTERS/File Photo

Budapest/Warschau (Reuters) - Ungarn wird sein Veto gegen den EU-Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027 sowie den Corona-Wiederaufbaufonds einlegen.

Das sagte ein Regierungssprecher am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte, wonach bereits am Montag mit dem Veto zu rechnen sei. Die anderen EU-Mitglieder müssten ihren Kurs ändern, so der Sprecher.

Die rechts-nationalistische Regierung in Budapest stört sich daran, dass die Auszahlung von Geldern aus EU-Töpfen an die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien geknüpft werden soll. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban wird seit Jahren vorgeworfen, demokratische Grundprinzipien aufzuweichen. Ungarn und auch Polen stehen deswegen immer wieder in der Kritik. Die meisten EU-Länder wollen daher Auszahlungen unter anderem von der Unabhängigkeit der Gerichte und der Medien abhängig machen. Orban hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und wirft Brüssel eine Doppelmoral vor.

Polens Justizminister Zbigniew Ziobro sagte, er sei überzeugt davon, dass auch seine Regierung ihr Veto-Recht nutzen werde. Europa sei in einer wichtigen Phase, und Polen könne so zeigen, dass es seine Souveränität nicht einschränken lassen wolle. Die EU hatte sich im Sommer auf das historische Finanzpaket geeinigt - 750 Milliarden Euro für den Corona-Aufbaufonds und noch einmal knapp 1,1 Billionen für den mittelfristigen EU-Haushalt. Seitdem wird um die Details gerungen.

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