May 18, 2008 / 10:57 AM / 12 years ago

EU und Lateinamerikaner wollen Armut gemeinsam angehen

Lima (Reuters) - Lateinamerika und die Europäische Union wollen Armut und Klimawandel gemeinsam bekämpfen.

Zum Abschluss des fünften EU-Lateinamerika-Gipfel wurden in Lima aber zugleich Differenzen über den Anbau von Biokraftstoffen und dem Freihandel deutlich. Gleichwohl zeigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zufrieden über die Einigkeit beim Klimaschutz. Venezuelas Präsident Hugo Chavez entschuldigte sich bei der deutschen Regierungschefin, die er sie indirekt mit Adolf Hitler verglichen hatte.

Der linke bolivianische Präsident Evo Morales äußerte die Sorge, arme Länder könnten unter den Folgen von Freihandelsabkommen lateinamerikanischer Staaten mit der EU leiden. Sein gastgebender peruanischer Kollege Alan Garcia warnte vor steigenden Lebensmittelpreisen als Folge des Booms von Biokraftstoffen vor allem in Europa. “Wenn sich die Krise verschärft, werden mehrere hundert Millionen Menschen vom Hunger bedroht.” Kritiker fordern von der EU die Aufgabe des Ziels, den Anteil erneuerbarer Kraftstoffe im Straßenverkehr auf zehn Prozent zu steigern. Das könne weltweit zu Hunger und Umweltschäden beitragen.

EU-Spitzenpolitiker zeigten sich bemüht, die Sorgen ihrer Partner aus Lateinamerika zu zerstreuen. Der Einfluss von Biotreibstoffen auf die Lebensmittelpreise sollte nicht überschätzt werden, sagte Spaniens Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero. Bundeskanzlerin Merkel verwies darauf, dass Vertreter vieler Staaten betont hätten, dass sie über genug landwirtschaftliche Flächen für die Lebensmittelproduktion verfügten. “Wir haben natürlich darauf hingewiesen, dass wir trotzdem keine Waldrodung wollen für Biokraftstoffe und vor allen Dingen auch sozialverträgliche Arbeitsbedingungen”, sagte Merkel.

Zufrieden zeigte sich die Kanzlerin über den Konsens beim Klimaschutz. Beide Seiten hätten darin übereingestimmt, dass die Bekämpfung des Klimawandels und der Schutz der Artenvielfalt einen Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit bilden müssten. Die Gipfelteilnehmer hätten sich klar dazu bekannt, die Verhandlungen über ein Kyoto-Nachfolgeabkommen bis 2009 zum Erfolg zu führen. Dies sei “von großer Bedeutung auch gegenüber anderen Schwellenländern” mit einem hohen Ausstoß an Treibhausgasen wie China und Indien. Das Kyoto-Abkommen zum Klimaschutz mit Ziel zum Abbau der Kohlendioxid-Emissionen läuft 2012 aus. Eine Nachfolge-Vereinbarung soll Ende 2009 bei einer Konferenz in Kopenhagen ausgehandelt werden, damit den Staaten ausreichend Zeit zur Ratifizierung bleibt.

Venezuelas Präsident Chavez entschuldigte sich gegen Ende des Gipfels am Freitag bei Merkel für seine scharfen Töne vor dem Gipfel. “Ich habe ihr gesagt, dass es mir leidtut, wenn ich hart war”, zitierte die staatliche peruanische Nachrichtenagentur Andina den Staatschef. Auf Fotos waren Chavez und Merkel während des Gipfels lächelnd beim Händeschütteln zu sehen. Chavez hatte Merkel vor einigen Tagen in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt.

Bei ihrem anschließenden Besuch in Kolumbien am Samstag sicherte die Kanzlerin der Führung des Landes die deutsche Unterstützung im Kampf gegen Drogenanbau und Terrorismus zu. Auf beiden Feldern habe Kolumbien in den vergangenen Jahren Fortschritte erzielt. Am Sonntag wollte Merkel nach Mexiko weiterreisen, der letzten Station ihres Besuchs in Lateinamerika.

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