May 14, 2020 / 2:27 PM / 16 days ago

Entwurf - EU-Kommission will den Einsatz von Pestiziden bis 2030 halbieren

FILE PHOTO: European Union flags fly outside the European Commission headquarters in Brussels, Belgium, December 12, 2019. REUTERS/Yves Herman/File Photo

Brüssel (Reuters) - Die Europäische Kommission strebt eine Halbierung des Einsatzes von Pestiziden in der Europäischen Union bis 2030 an.

Das geht aus einem Entwurf der Kommission hervor, der am 20. Mai veröffentlicht werden soll und der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Welche Stoffe davon betroffen wären oder wie die Reduzierung durchgesetzt werden soll, wurde nicht angegeben. Die Rede ist von einer Halbierung des Einsatzes chemischer Pestizide und von “Hochrisiko”-Pestiziden. Weitere Details könnten aus einem Plan der Kommission zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft, der ebenfalls am 20. Mai veröffentlicht werden soll, hervorgehen. Bei dem Entwurf handelt es sich um ein Arbeitsdokument, das bis zur Annahme durch die EU-Kommission, die sich dazu nicht äußerte, noch geändert werden kann.

Die Kommission will mit dem Schritt das Massensterben von Bienen, die für die Bestäubung wichtig sind, aufhalten. Imker in Westeuropa haben nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit in den letzten 15 Jahren einen deutlichen Rückgang der Bienenvölker beklagt. Die EU-Regulierer hatten 2018 bereits die Verwendung der weltweit am häufigsten verwendeten Pestizide, die sogenannten Neonicotinoide eingeschränkt, die nur noch in geschlossenen Gewächshäusern genutzt werden dürfen. Einige landwirtschaftliche Gruppen fürchten allerdings, dass ein weites Verbot von Pestiziden zu sinkenden Ernteerträgen führen könnte und fordern die Kommission auf, die Auswirkungen der Maßnahmen zu bewerten, bevor verbindliche Ziele festgelegt werden.

Die Organisation für ökologische Ernährung und Landwirtschaft IFOAM dringt dagegen auf ehrgeizigere Ziele als der EU-Entwurf vorsieht und fordert eine Reduzierung des Einsatzes synthetischer Pestizide um 80 Prozent bis 2030 und einen vollständigen Ausstieg bis 2035. Stark betroffen davon werden Agrarchemiekonzerne wie Bayer und Syngenta, die 2018 vor Gericht gegen die EU wegen des Verbots von Neonicotinoid-Produkten unterlagen. Bayer machte im vergangenen Jahr mehr als 45 Prozent seines Umsatzes mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut und hatte dieses Geschäft mit der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme des US-Konzerns Monsanto deutlich ausgebaut. Ein Bayer-Sprecher wollte sich nicht zu dem Entwurf äußern.

Der Entwurf der Kommission zur Strategie für die biologische Vielfalt in der EU sieht auch vor, dass bis 2030 mindestens ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bewirtschaftet werden soll. Zudem sollen bis dahin drei Milliarden neue Bäume gepflanzt werden, um Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufzunehmen und die Städte grüner zu machen. Auch soll der Anteil “streng geschützter” Gebiete an Land und Meer in der EU erhöht werden.

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