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EU setzt 17 Länder auf Liste von Steueroasen
December 5, 2017 / 3:43 PM / 13 days ago

EU setzt 17 Länder auf Liste von Steueroasen

Brüssel (Reuters) - Die Europäische Union erhöht mit einer schwarzen Liste den Druck auf Steueroasen.

European Economic and Financial Affairs Commissioner Pierre Moscovici listens to Mario Centeno, Portugal's Finance Minister and newly elected President of the Eurogroup, during a European Union finance ministers meeting in Brussels, Belgium, December 5, 2017. REUTERS/Francois Lenoir

Die Aufstellung der 17 Länder sei notwendig, da sie sich trotz monatelanger Gespräche geweigert hätten, ihre Steuerschlupflöcher zu schließen, sagte EU-Steuerkommissar Pierre Moscovici am Dienstag in Brüssel. “Für mich ist das ein wichtiger Meilenstein nach zwei Jahren Kampf.” Direkte Sanktionen gibt es vorerst jedoch nicht. “Der Platz auf der Liste sollte ausreichen, um die Länder zur Kooperation zu bewegen”, sagte Bundesfinanzminister Peter Altmaier.

Auf der Liste, auf die sich alle Finanzminister der Union einigten, stehen einige alte Bekannte und viele abgelegene Inselgruppen: Amerikanisch-Samoa, Bahrain, Barbados, Grenada, Guam, Südkorea, Macau, die Marshall-Inseln, die Mongolei, Namibia, Palau, Panama, St. Lucia, Samoa, Trinidad und Tobago, Tunesien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Vereinbart wurde zudem eine Art graue Liste von 45 Staaten, die versprachen, sich bald an EU-Standards zu halten.

Die EU-Länder beraten seit langem über die Einführung einer Liste von Ländern, die Steuertrickser unterstützen. Bislang legen die Mitgliedstaaten nach unterschiedlichen Kriterien eigene Listen an. Das Thema nahm Fahrt auf, nachdem mehrmals Informationen über die Strategien von Reichen und Unternehmen zur Steuervermeidung weltweit in den Schlagzeilen waren.

Deutschland entgeht wegen der Gewinnverlagerungen durch Großkonzerne in Steuerparadiese Experten zufolge jährlich rund 17 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Diese Zahl errechnete der Wirtschaftswissenschaftler Gabriel Zucman. Bezogen auf die EU gehe es um etwa 60 Milliarden Euro im Jahr. Deutschland leide unter den Steuersparpraktiken besonders. Hier könnten die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer um fast ein Drittel höher liegen, wenn solche Gewinnverschiebungen unterbunden würden.

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