March 26, 2018 / 7:29 AM / 4 months ago

Luxemburgs Außenminister geht Türkei wegen Syrien-Einsatz hart an

Berlin (Reuters) - Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat die Türkei wegen ihrer Militäroffensive gegen Kurden-Milizen in der nordsyrischen Region Afrin heftig kritisiert.

Luxembourg Foreign Minister Jean Asselborn addresses the 72nd United Nations General Assembly at U.N. headquarters in New York, U.S., September 21, 2017. REUTERS/Eduardo Munoz

Wenn die Türkei dafür das Selbstverteidigungsrecht in Artikel 51 der UN-Charta in Anspruch nehme, so sei dieses Argument “sehr, sehr wacklig”, sagte Asselborn am Montag im Deutschlandfunk. Das müsse die EU der Türkei deutlich sagen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sollte am Montag im bulgarischen Warna mit den Spitzen der EU zusammentreffen.

Asselborn bezweifelte die türkische Darstellung von Hunderten von Bombeneinschlägen in Grenzstädten. De facto sei es so, dass es nur einige Dutzend Granaten gewesen seien. In Zusammenhang mit dem türkischen Militäreinsatz habe es 300 zivile Opfer in der Region gegeben. Rund 250.000 Menschen seien auf der Flucht. Asselborn sprach von einer großen Diskrepanz zwischen den von der Türkei vorgebrachten Argumenten und den tatsächlichen Fakten und warf der Türkei unangemessenes Handeln vor. Man könne auf den Gedanken kommen, dass die Türkei das Ziel habe, an der syrischen Grenze die Kurden “zu vertreiben, sie auszuradieren” und vielleicht später Millionen syrischer Flüchtlinge dort anzusiedeln. Daher müsse von der Türkei Klarheit über ihre Pläne verlangt werden. Eine Aussetzung des EU-Flüchtlingspakts mit Milliardenzahlungen an die Türkei halte er dennoch für keine gute Idee.

Das türkische Militär hatte im Januar eine Offensive gegen die Kurden-Miliz YPG im Nordwesten Syriens begonnen. Die Miliz, die von den USA im Kampf gegen die radikalislamische IS-Miliz unterstützt wird, ist der Türkei ein Dorn im Auge. Die Regierung in Ankara will ein Erstarken der Kurden an ihrer Südgrenze verhindern. Sie erachtet die YPG als Terrororganisation und verlängerten Arm der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die PKK kämpft sei Jahrzehnten für Autonomie der Kurden in der Türkei.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below