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Inlandsnachrichten

Wiener Anschlag - Zwei Ermittlungswege führen ins Ausland

People mourn at the site of a gun attack in Vienna, Austria, November 4, 2020. REUTERS/Leonhard Foeger

Wien/Berlin/Paris (Reuters) - Nach dem Anschlag in Wien mit mehreren Toten und Verletzten führen nach Angaben der Regierung zwei Ermittlungsstränge ins Ausland.

Neben der Schweiz, wo bereits zwei Männer festgenommen wurden, die den Wien-Attentäter kannten, würden in einem weiteren Land polizeiliche Maßnahmen laufen, sagte Innenminister Karl Nehammer am Donnerstag. Um welches Land es sich handelt, könne man noch nicht bekanntgeben. Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte aber in Berlin: “Wir haben durch den Fall in Wien auch Bezüge nach Deutschland hin zu Gefährdern, die rund um die Uhr überwacht werden.”

Bei dem Anschlag am Montag in der Wiener Innenstadt starben vier Zivilisten, 23 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Täter wurde von der Polizei erschossen. Im Zusammenhang mit der Tat gab es nach Angaben des Innenministeriums 18 Hausdurchsuchungen und 15 Festnahmen.

Bei dem Attentäter handelte es sich um einen Anhänger der radikalislamischen Miliz Islamischer Staat (IS), die den Anschlag auch für sich reklamiert hat. Die in Österreich festgenommen Personen würden zum Netzwerk des Angreifers gehören und seien alle dem radikalen, islamistischen Milieu zuzuordnen, sagte der Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Franz Ruf. Acht der 15 Festgenommenen seien bereits strafrechtlich verurteilt. Vier wegen terroristischer Straftaten, zwei wegen unterschiedlicher Gewaltdelikte und zwei in Linz wegen versuchten Ehrenmordes. Man habe daher von dem Personenkreis bereits Kenntnis gehabt, weshalb man auch relativ rasch zugreifen konnte, sagte Ruf.

Involviert in die Ermittlungen sei auch das FBI, man habe so “wesentliche Informationen erhalten”, sagte Nehammer. Zudem seien zwei Beamte von der europäischen Polizeibehörde Europol für Wien abgestellt worden. Sie würden die Behörden in Wien bei der internationalen Zusammenarbeit unterstützen.

Nach den islamistisch motivierten Anschlägen in Österreich und Frankreich forderten sowohl Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als auch Seehofer eine stärkere europäische Zusammenarbeit. Die EU-Innenminister würden am 13. November beraten, wie man effektiver gegen islamistische Terrorismus vorgehen könne, sagte Seehofer im Bundestag. Macron kündigte bei einem Besuch an der französisch-spanischen Grenze an, dass Frankreich die Zahl der Polizisten an den Grenzen zu Italien und Spanien auf 4800 verdoppeln wolle. Er forderte verstärkte Kontrollen im Schengen-Raum der Europäischen Union.

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