May 27, 2019 / 10:18 AM / 21 days ago

Wirtschaft sieht nach Wahl Handlungsauftrag für Klimaschutz

School pupils protest to demand action, during the world march for climate change and the environment, called by the organization Fridays for Future inside of Secretary of State for the Environment in Sao Paulo, Brazil, May 24, 2019. REUTERS/Nacho Doce

Berlin (Reuters) - Nach dem Rekordergebnis der Grünen bei der Europawahl fordert die deutsche Wirtschaft mehr Engagement für den Klimaschutz.

“Die Bürger Europas und gerade auch die Deutschen haben dem neuen Parlament einen klaren Handlungsauftrag beim Klimaschutz gegeben”, sagte der Präsident des Bundesverband deutscher Banken (BdB), Hans-Walter Peters, am Montag. “Dazu sollten marktwirtschaftliche Anreizsysteme entwickelt werden.” Der Bankensektor wollen dazu seinen Beitrag leisten. “Wir brauchen in Europa eine Allianz der Zukunftsgewandten, um die EU in wichtigen Themen wie Digitalisierung oder Klimaschutz konstruktiv voran zu bringen”, betonte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), Thilo Brodtmann.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sieht das ähnlich. “Eine wichtige Aufgabe für die neuen Parlamentarier ist es, ehrgeizigen Klimaschutz mit Wachstum und Beschäftigung zu verbinden”, sagte Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann mit Blick auf das neue EU-Parlament. Nur mit einer wettbewerbsfähigen, innovativen Industrie lasse sich ein hohes Umwelt- und Verbraucherschutzniveau und eine nachhaltige Entwicklung langfristig realisieren. “Der Erfolg der nächsten Legislaturperiode wird sich am Ende auch daran messen lassen müssen, ob die Versöhnung von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zielen gelungen ist”, sagte Tillmann.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) setzt darauf, dass nun vor allem die EU-Handelspolitik angepackt wird. “Denn für die deutsche Wirtschaft ist die EU als Rahmen für internationalen Handel der wichtigste Garant für Wohlstand und Arbeitsplätze”, begründete DIHK-Präsident Eric Schweitzer. “Mehr als jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt vom Export ab.” Ähnlich äußerte sich die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). “Auf die großen globalen Herausforderungen von heute brauchen wir europäische Antworten”, sagte BDA-Präsident Ingo Kramer. “Nur eine geschlossene und handlungsfähige EU ist in der Lage, auf Augenhöhe mit anderen Weltmächten zu verhandeln und die uns verbindenden Werte und wirtschaftlichen Interessen zu verteidigen.”

Die Grünen sind aus der Europawahl in Deutschland am Sonntag als zweitstärkste Kraft hinter der Union hervorgegangen. Sie vereinigten 20,5 Prozent der Stimmen auf sich. CDU/CSU und SPD verloren an Zustimmung. “Das ist nicht verwunderlich, weisen CDU und SPD doch eine mangelhafte Leistungsbilanz aus”, sagte der Präsident der Familienunternehmer, Reinhold von Eben-Worlée. “Die SPD hat in ihrem Wahlkampf darüber hinaus versucht, die Wirtschaft als Feind der Bürger darzustellen. Diese Taktik hat sich bitter gerächt.”

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