October 29, 2018 / 12:11 PM / 19 days ago

EU-Ratspräsidentschaft will Zeitumstellung erst 2021 abschaffen

A giant clock is seen over the entrance of Cergy-Saint-Christophe railway station in Cergy, near Paris, France, September 19, 2018. REUTERS/Christian Hartmann

Brüssel (Reuters) - Die österreichische EU-Ratspräsidentschaft tritt bei der Debatte über eine schnelle Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung auf die Bremse.

Anstatt den Wechsel wie von der EU-Kommission gewünscht schon im nächsten Jahr zu beenden, habe man eine Verschiebung auf 2021 vorgeschlagen, sagte Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer am Montag nach einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in Graz. Unternehmen wie etwa Fluggesellschaften benötigten einen längeren Vorlauf für eine Umstellung, und einige Länder fürchteten einen Flickenteppich zwischen den EU-Ländern bei der Umsetzung.

Das Wort von Österreich hat besonderes Gewicht, da das Land bis Jahresende die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat und die europäische Gesetzgebung koordiniert.

Im August schlug Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vor, die Zeitumstellung abzuschaffen. Bislang stellen alle Europäer die Uhren wie voriges Wochenende im Herbst eine Stunde zurück und im März wieder eine Stunde vor. Eingeführt wurde der Wechsel, um das spärliche Tageslicht an Wintertagen besser zu nutzen und so Strom zu sparen. Der Nutzen wird bezweifelt, und stattdessen klagen Bürger über körperliche Beschwerden nach der Umstellung.

Der Zeitplan der Kommission ist eng gesteckt. Bis April sollen sich die Staaten festlegen, ob sie stetig zur Sommer- oder Winterzeit wechseln. Im Oktober 2019 wäre dann die letzte Umstellung. Sicher ist das Ganze aber noch lange nicht, da Kommission, Parlament und Mitgliedstaaten sich einig werden müssen. Nach Aussagen von Hofer signalisierte in den Beratungen eine Mehrheit der 28 Mitgliedsländer Unterstützung für die Abschaffungspläne. Großbritannien, Polen und Schweden seien aber sehr skeptisch gewesen. Um die Bedenken zu zerstreuen, habe er die Einrichtung eines Koordinators und eine Sicherheitsklausel vorgeschlagen. Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer nahm an der Diskussion nicht teil und ließ sich vertreten. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier machte sich wiederholt dafür stark, auf die Zeitumstellung zu verzichten.

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