February 28, 2018 / 11:40 AM / 4 months ago

Inflation in Euro-Zone niedrig wie seit langem nicht mehr

Brüssel (Reuters) - Trotz guter Konjunktur und massiver Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die Inflation in der Euro-Zone im Februar auf den niedrigsten Wert seit mehr als einem Jahr gesunken.

A view shows La Grande Epicerie de Paris, a three-story food hall, in the 16th district of Paris, France, November 8, 2017. Luxury goods company LVMH is opening a second branch of its high-end food hall in Paris, betting on growing appetite from well-off locals for gourmet hams and groceries as the group spruces up its stores across the city. REUTERS/Philippe Wojazer

Die Teuerungsrate fiel auf 1,2 von 1,3 Prozent im Januar, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in einer ersten Schätzung mitteilte. Mit dem dritten Rückgang in Folge entfernte sie sich weiter vom Ziel der EZB, die als optimalen Wert für die Wirtschaft knapp zwei Prozent anstrebt. Dafür sorgte der geringere Anstieg der Energie- und Nahrungsmittelpreise.

“Die Konjunktur brummt im Euro-Raum, doch die Inflation ziert sich”, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Als Grund nennen Experten unter anderem die immer noch vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit in vielen Ländern. Das verhindert dort stärkere Lohnerhöhungen, in deren Folge viele Unternehmen oftmals die Preise anheben. Als weiterer Grund gilt auch der Höhenflug des Euro, der binnen eines Jahres um 15 Prozent zum Dollar aufgewertet hat. “Das sorgt für niedrige Preise bei den Importen und dämpft den Anstieg der Verbraucherpreise”, erklärte DZ-Bank-Ökonom Christoph Swonke. Die Experten der Commerzbank gehen davon aus, dass der Tiefpunkt bei der Inflation aber nun erreicht ist und die Rate im Sommer bei etwa zwei Prozent liegen wird. “Dies wird es der EZB erleichtern, das Auslaufen des Anleihenkaufprogramms Ende 2018 zu rechtfertigen”, sagte Commerzbank-Analyst Christoph Weil.

Die Euro-Wächter pumpen seit rund drei Jahren über den Kauf von Anleihen enorme Geldsummen ins Finanzsystem, um für mehr Inflation zu sorgen. Das Kaufprogramm soll bis mindestens Ende September laufen und dann ein Volumen von 2,55 Billionen Euro erreichen. Zudem hält die EZB ihren Leitzins auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. So will sie für günstige Finanzierungsbedingungen sorgen, um Wirtschaft und Inflation anzuschieben.

Im Februar verteuerte sich Energie mit 2,1 Prozent nicht mehr ganz so stark wie noch zu Jahresbeginn. Auch bei Lebensmitteln, Alkohol und Tabak fiel der Preisaufschlag mit 1,1 Prozent geringer aus. Dienstleistungen verteuerten sich dagegen mit 1,3 Prozent etwas stärker als zuletzt.

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