October 31, 2018 / 10:07 AM / 17 days ago

Rückenwind für EZB - Inflation erneut über Zielmarke

The signature of President of the European Central Bank (ECB) Mario Draghi is written upon an outsized specimen new 20 Euro banknote at the ECB headquarters in Frankfurt February 24, 2015. REUTERS/Ralph Orlowski (GERMANY - Tags: BUSINESS)

Frankfurt (Reuters) - Die Inflation im Euro-Raum ist im Oktober den fünften Monat in Folge über das EZB-Ziel von knapp zwei Prozent geklettert.

Die Verbraucherpreise erhöhten sich binnen Jahresfrist um 2,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte. Im September waren es erst 2,1 Prozent. Auch die Kerninflation, in der schwankungsreiche Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden, legte zu.

Die Daten dürften die Europäische Zentralbank bestätigen, langsam zu einer weniger lockeren Geldpolitik umzuschwenken. “Die EZB dürfte es freuen, auch wenn wir davon ausgehen, dass der Anstieg wohl noch nicht den Beginn einer nachhaltigen Verstärkung des Preisauftriebs markiert”, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil.

Besonders kräftig erhöhten sich im Oktober die Preise für Energie: Hier lag das Plus bei 10,6 Prozent. Dagegen verteuerten sich Dienstleistungen nur um 1,5 Prozent. Die Inflationsrate ohne die schwankungsreichen Preise für Energie und unverarbeitete Lebensmittel lag bei 1,3 Prozent.

Die Währungshüter wollen angesichts der verbesserten Konjunktur Ende Dezember ihre billionenschweren Anleihenkäufe einstellen. Die vor allem in Deutschland umstrittenen Transaktionen waren seit März 2015 das wichtigste EZB-Instrument, um die Wirtschaft anzuschieben und für mehr Inflation zu sorgen. Die jüngsten Konjunkturdaten sind allerdings schwächer ausgefallen. Im dritten Quartal war die Wirtschaft im Euro-Raum nur noch um 0,2 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Das Plus halbierte sich damit im Vergleich zum Frühjahr.

Mehrere Notenbanker rieten aber davon ab, zuviel in die Daten hineinzulesen. “Wir müssen abwarten und schauen, was dahinter steht”, sagte Estlands Zentralbankchef Ardo Hansson in Tallinn. Finnlands Notenbank-Gouverneur Olli Rehn sieht weiterhin genügend Spielraum, um langsam die Geldpolitik zu normalisieren. Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny verwies auf Sonderfaktoren. “Also etwa in Deutschland die Frage der Automobilindustrie, die Auslieferung neuer Autos ist dramatisch zurückgegangen”, sagte er in Wien. In der größten Volkswirtschaft im Euro-Raum hat die Umstellung auf das neue Abgasmessverfahren WLTP zu Produktionsausfällen bei Autobauern geführt.

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