February 1, 2019 / 10:21 AM / 3 months ago

Preisauftrieb schwächelt - "Jahr fängt ungemütlich an für EZB"

The euro sign in front of the former headquarters of the European Central Bank (ECB) is reflected in a rain covered window during heavy rain in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Die Inflation in der Euro-Zone ist nach dem Ende der billionenschweren EZB-Anleihenzukäufe weit unter die Zielmarke der Währungshüter gesunken.

Die Verbraucherpreise legten im Januar nur noch um 1,4 Prozent zum Vorjahrsmonat zu, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in einer Schnellschätzung mitteilte. “Das Jahr fängt für die EZB ungemütlich an. Von Preisdruck kann jedenfalls nicht die Rede sein”, sagte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. Die EU-Statistiker haben die Teuerungsrate zu Jahresbeginn allerdings auf Basis von Daten berechnet, die eine methodische Änderung berücksichtigen. Daher legten sie nur die Zahlen für Januar vor, die revidierten Daten aus dem Vorjahr werden am 22. Februar nachgeliefert.

Vor der Umstellung war für Dezember eine Inflationsrate von 1,6 Prozent genannt worden, die damit bereits deutlich unter das mittelfristigen Ziel der EZB von “unter, aber nahe zwei Prozent” gefallen war. Diese Marke gilt den Hütern des Euro als Idealwert für eine rund laufende Konjunktur.

Laut Eurostat verteuerte sich Energie im Januar mit 2,6 Prozent am stärksten, die Kosten für Dienstleistungen zogen um 1,6 Prozent an. Aus den Daten könnte die EZB laut Commerzbank-Ökonom Christoph Weil dennoch etwas Honig saugen, da die Kernteuerungsrate gestiegen sei, bei der Energie, Nahrungs- und Genussmittel ausgeklammert werden: “Dieser Anstieg ist vor allem auf die höhere Teuerungsrate für Dienstleistungen zurückzuführen. Hierbei dürfte es sich nicht um einen Ausreißer handeln”, sagte Weil. Vielmehr deuteten die merklich gestiegenen Arbeitskosten in diesem Sektor auf einen nachhaltig höheren Preisanstieg bei Dienstleistungen hin.

Um den aus ihrer Sicht unerwünscht niedrigen Preisauftrieb zu verstärken, hatte die EZB seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere erworben. So wollten die Währungshüter die Banken zu einer stärken Kreditvergabe bewegen, um mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf zu bringen. Die sich auf mehr als 2,6 Billionen Euro summierenden Zukäufe wurden aber im Dezember eingestellt. Inzwischen werden nur noch auslaufende Papiere ersetzt. Und EZB-Präsident Mario Draghi hält die erneute Auflage von Anleihenkäufen in diesem Jahr für wenig wahrscheinlich.

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