June 28, 2019 / 9:14 AM / 4 months ago

Inflation im Euro-Raum verharrt unterhalb der EZB-Zielmarke

Euro currency bills are pictured at the Croatian National Bank in Zagreb, Croatia, May 21, 2019. Picture taken May 21, 2019. REUTERS/Antonio Bronic

Frankfurt (Reuters) - In der Euro-Zone kommt die Inflationsrate nicht vom Fleck.

Sie verharrte im Juni bei 1,2 Prozent und lag damit weiterhin weit von der EZB-Zielmarke von knapp zwei Prozent entfernt, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag auf Grundlage einer Schnellschätzung mitteilte. Die neuen Preisdaten dürften Notenbank-Chef Mario Draghi weitere Argumente für eine erneute Lockerung der Geldpolitik liefern. Die Konjunkturaussichten für den Währungsraum sind wegen der US-Handelskonflikte und der Brexit-Hängepartie ohnehin unsicherer geworden.

Der Preisanstieg bei Energie lag im Juni bei 1,6 Prozent nach 3,8 Prozent im Mai. Unverarbeitete Lebensmittel verteuerten sich um 0,8 Prozent. Im Mai hatte der Preisanstieg bei 0,4 Prozent gelegen. Die Kerninflation, in der Energie und unverarbeitete Lebensmittel ausgeklammert sind, zog im Juni leicht auf 1,2 Prozent von 1,0 Prozent im Mai an. In Deutschland war die Inflation im Juni überraschend auf 1,6 Prozent von 1,4 Prozent im Mai gestiegen.

PREISAUFTRIEB WEITERHIN VERHALTEN

Volkswirte können für die Euro-Zone weiterhin keine nachhaltige Verstärkung des zugrundeliegenden Preisauftriebs erkennen. Dies lasse weiter auf sich warten, erklärte Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil. Höhere Lohnabschlüsse hätten selbst im Dienstleistungssektor bislang nicht zu einem anhaltend stärkeren Preisauftrieb geführt. “Trotz der ordentlichen Binnennachfrage fällt es den Unternehmen offenbar weiterhin schwer, ihre höheren Lohnkosten auf die Verbraucher zu überwälzen”, so Weil. Die Volkswirte der Berenberg Bank gehen nun davon aus, dass die EZB im Juli ihren geldpolitischen Ausblick ändert. Sie erwarten, dass sie dann auch mögliche Zinssenkungen in Aussicht stellt und nicht nur wie bisher unveränderte Sätze.

Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt mittelfristig eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an, was sie als ideal für die Wirtschaft ansieht. Dieses Ziel verfehlt sie aber bereits seit längerem. Draghi hatte unlängst in einer viel beachteten Rede weitere Lockerungsschritte signalisiert, sollte die Inflation auch weiterhin nicht anziehen. Mögliche Maßnahmen wie neue Anleihenkäufe, Zinssenkungen oder Änderungen am geldpolitischen Ausblick seien bereits in der jüngsten Zinssitzung erwähnt und diskutiert worden. Die EZB werde eine anhaltend niedrige Inflation nicht akzeptieren. Die nächste EZB-Zinssitzung findet am 25. Juli in Frankfurt statt.

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