June 25, 2020 / 7:10 AM / 13 days ago

Spanien und Irland konkurrieren um Eurogruppen-Vorsitz

FILE PHOTO: Spain's Deputy Prime Minister and Economic Affairs Minister Nadia Calvino attends an European Union finance ministers meeting in Brussels, Belgium January 21, 2020. REUTERS/Johanna Geron/File Photo

Madrid (Reuters) - Spaniens Wirtschaftsministerin Nadia Calvino und der irische Finanzminister Paschal Donohoe bewerben sich um den Vorsitz der Eurogruppe.

Es wäre für die spanische Regierung eine Ehre, wenn Calvino die Gruppe der Euro-Finanzminister leiten würde, schrieb Ministerpräsident Pedro Sanchez am Donnerstag in Madrid auf Twitter. “Zum ersten Mal würden Spanien und eine Frau diese Institution führen.” Calvino gilt als Favoritin. Doch auch Donohoe wirft seinen Hut in den Ring. Er warb mit seiner Erfahrung als dienstältester EU-Finanzminister und Vertreter in der Eurogruppe und Irland Rolle als “Brückenbauer”. Er wolle einen gemeinsamen Weg finden, um die europäische Konjunkturerholung voranzubringen, die Wirtschaft der Eurozone zu stärken und ein nachhaltiges und integratives Wachstum für die Mitgliedstaaten und ihre Bürger zu fördern, erklärte er.

Der oder die Vorsitzende der Eurogruppe organisiert die monatlichen Beratungen der Finanzminister der 19 Euro-Länder und lotet Kompromisse aus. Umstritten in Eurogruppe und EU sind derzeit die Details zum Wiederaufbaufonds als Antwort auf die Coronavirus-Pandemie, von der Spanien neben Italien besonders betroffen ist. Irland gilt als Musterbeispiel für die Bewältigung der Finanzkrise.

Der Sozialdemokratin Calvino werden gute Chancen eingeräumt. Die 51-jährige Ökonomin und frühere Generaldirektorin für den Gemeinschaftsetat der EU-Kommission ist seit Mitte 2018 Wirtschaftsministerin und vertritt ihr Land in der Eurogruppe. Mehrere deutsche Regierungsvertreter haben die Spanierin als eine starke Kandidatin bezeichnet, mit der Deutschland gut leben könnte. In Brüssel hieß es, Calvino gehöre zu den Favoriten und sei sehr kompetent. “Sie ist eine gute Kandidatin, sie ist erfinderisch und weiß sehr gut, wie man ein Abkommen erzielt”, sagte ein hochrangiger Beamter der Euro-Zone. Bis Ende des Tages können noch Bewerber nominiert werden.

Möglicherweise kandidiert auch der Finanzminister von Luxemburg, der Sozialdemokrat Pierre Gramegna, für den Vorsitz der Eurogruppe. Deren bisheriger Chef, der Portugiese Mario Centeno, will sich zurückziehen. Er hat seinen Rücktritt als Finanzminister angekündigt und strebt damit auch keine weitere Amtszeit als Eurogruppen-Chef an. Die Entscheidung über den oder die neue Vorsitzende soll am 9. Juli fallen, vier Tage vor dem Ende von Centenos Amtszeit. Wer den Posten übernehmen will, muss mindestens zehn Stimmen der 19 Länder bekommen. Jedes Land hat eine Stimme. Der Vorsitz der Eurogruppe wird für zweieinhalb Jahre vergeben.

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