April 19, 2010 / 5:33 AM / 10 years ago

Airbus-Chef: Kann Zeitplan bei A350 nicht garantieren

Airbus Chief Executive Officer Tom Enders addresses a news conference at the 48th Paris Air Show at the Le Bourget airport near Paris, June 16, 2009. REUTERS/Pascal Rossignol

Berlin (Reuters) - Airbus-Chef Tom Enders schließt nicht aus, dass es auch beim neuesten Airbus A350 zu Verspätungen kommen könnte.

“Das wird ein Höllenritt”, sagte Enders im Interview des Nachrichtenmagazins “Focus”. Derzeit mobilisiere die EADS-Tochter alle verfügbaren Kräfte, um die Leistungsmerkmale der A350 XWB und den Lieferplan einhalten zu können. Der Erstflug des mittelgroßen Langstreckenflugzeugs ist für 2012 geplant, mit den Auslieferungen soll 2013 begonnen werden.

Der Zeitplan sei von Anfang an sportlich gewesen, sagte Enders. Sicherheiten oder Garantien für die Einhaltung könne er nicht bieten. Hilfreich sei aber die positive Entwicklung bei dem Hochfahren der Serienproduktion der A380. Das setze Ingenieurskapazitäten frei, die bei der A350 eingesetzt werden könnten.

Bei dem Super-Airbus A380 gab es Produktionsschwierigkeiten, die zu einer mehrjährigen Verzögerung des Projekts führten. Auch beim Militärtransportflugzeug A400M gab es Probleme. Die Maschine absolvierte erst im Dezember mit zweijähriger Verspätung ihren Erstflug. Für die A380 sieht Enders dennoch großes Potenzial. “Wir werden die A380 auch noch in Jahrzehnten produzieren, auch in noch größeren und effizienteren Varianten.” Das Modell werde es mindestens 40 Jahre geben.

Ob sich Airbus in der Zwischenzeit entschieden hat, für einen milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag für die US-Luftwaffe doch noch zu bieten, sagte Enders nicht. Airbus trete aber nur an, wenn es auch eine Siegchance gibt. “Wir wissen, wir haben das bessere Produkt. Und das weiß auch die amerikanische Luftwaffe.” Airbus brauche aber einen kompetenten Partner in den USA. “Wenn Sie dann sehen, dass einflussreiche Abgeordnete in Washington sogar öffentlich US-Firmen den Rat geben, nicht mit uns zusammenzugehen, dann ist klar, wo unsere Schwierigkeiten liegen.”

EADS und sein früherer Partner Northrop Grumman hatten sich von dem Bieterwettbewerb zurückgezogen, da sie sich dem US-Konzern Boeing gegenüber benachteiligt fühlten. Zuletzt war der US-Rüstungskonzern L-3 von Branchenexperten als wahrscheinlichster Partner der Europäer genannt worden. Kreisen zufolge wurde jedoch politischer Druck ausgeübt, der das Unternehmen zögern lässt.

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