February 21, 2018 / 5:30 PM / 7 months ago

IWF-Experten - Ohne Fiskalunion bleibt Euro-Zone verwundbar

Washington/Berlin (Reuters) - Führende IWF-Experten haben die Euro-Länder aufgefordert, ihre Bankenunion rasch zu vollenden und durch eine umfassende Fiskalunion zu ergänzen.

Christine Lagarde, Managing Director of the International Monetary Fund (IMF), attends a conference on "Transforming France’s Economy and Completing the Integration of the Eurozone" with French Treasury and the IMF at the Bercy Ministry in Paris, France, February 15, 2018. REUTERS/Charles Platiau

Auch wenn die Euro-Zone derzeit einen robusten Aufschwung erlebe, bleibe sie anfällig für künftige Finanzkrisen, mahnten IWF-Chefvolkswirt Maurice Obstfeld und Kollegen in einem IWF-Blog vom Mittwoch. Zwar seien auf dem Weg zur Bankenunion erhebliche Fortschritte gemacht worden, doch sei mehr nötig hin zu einer gemeinsamen Finanzpolitik. Teil dessen sollte sein, Finanzrisiken im Euro-Raum stärker gemeinsam zu tragen, um zu mehr finanz- und wirtschaftspolitischer Integration und Stabilität zu kommen. “Ohne ein gewisses Maß an Fiskalunion wird sich die Region weiter existenzieller Risiken ausgesetzt sehen, die die Politiker nicht ignorieren sollten.”

Obstfeld & Co forderte die Euro-Länder auf, die gegenwärtig gute wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen, um die Währungsunion stabiler aufzustellen. Sie müsse die Nachteile wett machen, die sie gegenüber Staaten wie den USA habe. Zersplittert wie sie seien, blieben die Euro-Länder anfällig für große Schocks im Bereich Wirtschaft und Finanzen, vor allem dann, wenn hohe Schulden den Spielraum für Reaktionen einschränkten. Hinzu komme die weiter enge Verbindung von Banken- und Staatsrisiken. Gehe hier etwas schief, könne das auch andere Länder treffen. Der IWF-Chefökonom und seine Kollegen drängten die Euro-Länder daher, ihre Bankenunion abzuschließen - etwa mit der Schaffung der umstrittenen gemeinsamen Einlagensicherung und einem gemeinsamen Auffangeinrichtung für notleidende Banken. Eine Bankenunion sei aber nicht genug - es brauche mehr. Nötig seien automatisch wirkende gemeinsame Instrumente zum Abfedern von wirtschaftlichen Risiken. Idealerweise sollte ein System entwickelt werden, in dem sich Euro-Mitgliedsländer gegenseitig absichern. Es gebe unterschiedliche Wege, das zu tun, ohne ständig Gelder zwischen den Ländern hin und her zu schieben. Ein Weg sei der eines gemeinsamen Krisen-Hilfetopfs, in den alle Mitgliedsländer zuvor einzahlten.

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